19 March 2026, 14:08

Villeroy & Boch senkt Prognose 2026 wegen Nahostkonflikt und einbrechender Umsätze

Liniengraph, der einen Rückgang der erwarteten zukünftigen Öleinfuhren zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Iranischer Krieg trübt Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch senkt Prognose 2026 wegen Nahostkonflikt und einbrechender Umsätze

Luxuskeramik-Hersteller Villeroy & Boch senkt Prognose für 2026 wegen eskalierendem Nahostkonflikt

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Der Luxuskeramik-Hersteller Villeroy & Boch hat seine Finanzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert – Grund ist die zunehmende Zuspitzung des Nahostkonflikts. Das Unternehmen rechnet nun mit einem deutlichen Gewinnrückgang, da die Gewalt im Golf und in Israel den Handel massiv beeinträchtigt. Die Umsätze in der Region sind bereits eingebrochen: Für April werden nur noch 30 Prozent des Vorjahresniveaus erwartet.

Bereits im März 2024 hatte das Unternehmen vor den wirtschaftlichen Folgen der regionalen Instabilität gewarnt. Seither hat sich die Lage weiter zugespitzt: Eine fragile Waffenruhe im Gazastreifen, die im Oktober 2025 unter Vermittlung von Ex-US-Präsident Trump zustande kam, entspannte die Situation nur vorübergehend – Israels Pläne zur Einnahme von Gaza-Stadt blieben jedoch ungelöst. Die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon zwangen bis März 2026 über 300.000 Menschen zur Flucht. Gleichzeitig verschärften sich die direkten Feindseligkeiten zwischen Israel und dem Iran: Israelische Luftangriffe trafen Teheran, während iranische Drohnen und Raketen Golfstaaten ins Visier nahmen – allein bis Mitte März wurden 1.630 Drohnen und 330 Raketen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert.

Trotz dieser Herausforderungen präsentierte Villeroy & Boch für 2025 solide Zahlen. Der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, während sich der Nettogewinn von 6,6 Millionen Euro (2024) auf 14,7 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Das Unternehmen investierte im vergangenen Jahr 45,8 Millionen Euro, unter anderem in die Modernisierung der Lagersysteme am Standort Merzig und die Brenntechnik in Torgau. Zudem wurde die Produktion gestrafft – unter anderem durch die geplante Schließung des Werks in Roeselare (Belgien).

Für 2026 sieht die Prognose jedoch düster aus: Der Umsatz wird voraussichtlich um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sinken, das bereinigte EBIT auf nur noch 75 bis 85 Millionen Euro – nach 97,8 Millionen Euro im Vorjahr. Zwar plant das Unternehmen, in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Euro zu investieren, doch die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts überschatten nun die Wachstumspläne.

Der anhaltende Krieg hat die Umsätze von Villeroy & Boch in Israel und den Golfstaaten bereits vollständig zum Erliegen gebracht. Da keine Entspannung in Sicht ist, muss das Unternehmen mit einem deutlichen Rückgang bei Gewinnen und Verkäufen rechnen. Die Geschäftsentwicklung 2026 wird nun maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die regionale Lage beruhigt – oder ob sich der Konflikt weiter verschärft.

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