Versandapotheken-Boom: ISP verdoppelt Umsatz und drängt in Deutschlands Milliardengeschäft
Elias HofmannVersandapotheken-Boom: ISP verdoppelt Umsatz und drängt in Deutschlands Milliardengeschäft
Der europäische Versandapothekenmarkt wächst rasant – mit Deutschland als Vorreiter. Bis 2025 werden die Umsätze im Land voraussichtlich erstmals die Marke von einer Milliarde Euro überschreiten. Zu den wichtigsten Akteuren zählt die International Specialty Pharmacy Rare & Orphan Diseases (ISP), die sich als bedeutende Kraft etabliert hat: 2024 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auf 245 Millionen Euro – fast eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr.
Die in Maastricht ansässige ISP, eine Tochter der schweizerischen United Healthcare Partners (UHP), spezialisiert sich auf komplexe Behandlungen seltener Erkrankungen. Dazu gehören sterile Rezepturarzneimittel und Enzymersatztherapien, die pro Patient und Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro kosten können. Die UHP-Gruppe, die ihren Schwerpunkt auf patientenzentrierte Versorgung bei seltenen Krankheiten legt, beschäftigt rund 600 Fachkräfte im Gesundheitswesen. Diese versorgen jährlich über 5.000 Patienten, verwalten etwa 42.000 Infusionen und liefern rund 100.000 medizinische Produkte aus.
Trotz schmaler Gewinnmargen verzeichnet ISP dieses Wachstum – möglich wird dies durch Regelwerke wie die deutsche Heimversorgungsrichtlinie, über die Pflegeeinsätze und Spezialbehandlungen abgerechnet werden können.
In Deutschland dominieren zwei große Anbieter den Versandapothekenmarkt: Die Shop Apotheke hält die Hälfte des Marktes, während DocMorris zusätzliche 250 Millionen Euro Umsatz generiert. Mit seiner rasanten Expansion positioniert sich ISP als starker dritter Player in dieser lukrativen Branche.
Der Umsatzsprung des Unternehmens unterstreicht seine wachsende Rolle im europäischen Sektor für Seltene-Erkrankungen-Therapien. Mit hochpreisigen Behandlungen und einem weitreichenden Servicenetzwerk baut ISP seinen Einfluss weiter aus. Gleichzeitig bleibt der deutsche Versandapothekenmarkt auf Kurs, um bis 2025 neue Umsatzrekorde zu brechen.
