Ukraine-Krieg begünstigt illegalen Waffenhandel in Europa – Behörden schlagen Alarm
Nina WalterUkraine-Krieg begünstigt illegalen Waffenhandel in Europa – Behörden schlagen Alarm
Sorgen über den illegalen Waffenhandel im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nehmen zu. Sicherheitsexperten und Behörden warnen, dass fehlende Kennzeichnungen und unvollständige Register die Nachverfolgung von Schusswaffen in ganz Europa erschweren.
Bereits im Mai 2022 hatte Europol die EU-Mitgliedstaaten alarmiert, dass der illegale Waffenhandel bereits begonnen habe und sich noch verschärfen könnte. Die Behörde berichtete, dass etwa 35 Millionen illegale Schusswaffen in Europa im Umlauf seien, doch im Schengener Informationssystem (SIS) seien lediglich 620.000 Fälle erfasst.
Ein stellvertretender Leiter von Frontex sagte im Juli 2022 aus, der Zugang zu Kriegswaffen in der Ukraine sei nahezu unkontrolliert. Spätere Ermittlungsergebnisse deuteten darauf hin, dass einige Feuerwaffen und Munition von ukrainischen Schlachtfeldern auf den Schwarzmarkt gelangten.
Konstantin von Notz, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen, forderte ein EU-weites Waffenregister und eine bessere Datenaustauschpraxis. Er kritisierte die Geberländer für mangelnde Vorbereitung und drängte auf gemeinsame Datenbanken zu den an die Ukraine gelieferten Waffen. Der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler unterstützte die Forderung nach einer lückenlosen Dokumentation aller Seriennummern der an die Ukraine gesendeten Waffen.
Das Auswärtige Amt gab im Februar 2024 an, eine systematische Datenabgleichung innerhalb der EU sei derzeit nicht möglich. Das Bundeskriminalamt (BKA) ergänzte, die Rückverfolgbarkeit leide unter fehlenden Kennzeichnungen, unvollständigen Registern und mangelhaften Prozessen.
Die Warnungen zeigen die Lücken bei der Überwachung von Waffenlieferungen in die Ukraine auf. Ohne verbesserte Register und engere Zusammenarbeit könnte der illegale Waffenhandel weiter bestehen. Die Behörden betonen die Notwendigkeit strengerer Kontrollen, um zu verhindern, dass Schusswaffen auf dem Schwarzmarkt landen.







