10 June 2026, 22:28

THW-Vereinsheim in Kiel: Wo Stammgäste und Handballfans sich zu Hause fühlen

Kein Schnickschnack, nur echte Kieler Gemütlichkeit. Hier trifft man sich nicht zufällig – sondern weil es sich anfühlt wie ein zweites Wohnzimmer.
  Zwischen Trikots, Pokalen und deftigen Tellern wird Geschichte lebendig.

THW-Vereinsheim in Kiel: Wo Stammgäste und Handballfans sich zu Hause fühlen

THW-Vereinsheim und Gaststätte – hier kommt man nicht zufällig vorbei

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Man stolpert nicht einfach über das THW-Vereinsheim und Gaststätte – es liegt an der Krummbogen, einer ruhigen Straße am Rande von Kiels lebhaftem Zentrum, so abseits, dass man nur hinkommt, wenn man es wirklich will. Und doch finden genau die Richtigen den Weg. Stammgäste vor allem. Die Art von Leuten, die so oft kommen, dass die Bedienung ihre Bestellung schon kennt, bevor sie den Mund aufmachen.

Hier gibt man sich keine Mühe, Eindrücke zu schinden. Kein schickes Licht, keine fotogenen Teller, kein Türsteher. Einfach eine klassische deutsche Gaststätte mit holzgetäfelten Tischen, einer Theke, die Jahrzehnte auf dem Buckel hat, und dieser entspannten Atmosphäre, die eher an einen Vereinsraum als an ein Restaurant erinnert. Dass das Lokal eng mit dem THW Kiel, der Handballmannschaft der Stadt, verbunden ist, merkt man sofort. Trikots, Pokalen, Mannschaftsfotos an den Wänden. An manchen Abenden füllt sich der Raum nach einem Spiel mit Fans, an anderen sind es einfach Einheimische, die zum Abendessen kommen – mal mit Bier, mal ohne.

Das Essen ist genau das, was man erwartet: Schnitzel so groß wie ein Teller, Bratwürste mit Biss, Eintöpfe, die satt machen. Nichts Ausgefallenes, einfach solide deutsche Hausmannskost – fleischlastig, kohlenhydratreich, geschmackvoll. An den Portionen wird nicht gespart, und an den Klassikern auch nicht. Zum Würstchen gibt es Sauerkraut. Zu fast allem gibt es Kartoffeln. Das Brot ist frisch, das Bier kalt, und wer Lust hat, lokale Biere zu probieren, findet ein paar Fässer an der Zapfanlage.

Die Bedienung ist freundlich, aber niemand drängelt. Man bestellt, isst, bleibt sitzen, wenn man mag. Dies ist kein Ort für schnelle Snacks. Geöffnet ist ab 17 Uhr, montags und sonntags geschlossen – also eher ein Abendtreff. Unter der Woche mischt sich alles: Leute nach der Arbeit, Familien mit Kindern. Am Wochenende, besonders in der Handballsaison, wird es voller, doch die Stimmung bleibt dieselbe: locker, ohne Hektik.

Hinkommen ist einfach: Krummbogen 77–79, am westlichen Stadtrand. Parken kann nerven, aber vom Zentrum aus ist es ein kurzer Spaziergang. Am Wochenende lohnt sich vielleicht ein Anruf, doch selbst wenn es voll ist, wirkt es nie überlaufen.

Es ist kein Ort, der einen umhaut. Aber genau das ist der Punkt. Das Essen schmeckt, die Atmosphäre ist unaufgeregt, und die Handball-Erinnerungsstücke an den Wänden sowie die Stammgäste an der Theke geben ihm gerade genug Charakter. Für viele Kielern ist es einfach der Ort – einer, an den man nicht oft denkt, bis man plötzlich wieder da sitzt, ohne es geplant zu haben.