Theodor-Storm-Schule: 50 Jahre gemeinsames Lernen ohne starre Bildungswege
Elias Hofmann
Theodor-Storm-Schule: 50 Jahre gemeinsames Lernen ohne starre Bildungswege
Die Theodor-Storm-Schule in Kiel-Wellingdorf gibt es seit über 50 Jahren. Anders als viele Schulen, die Kinder früh in bestimmte Bildungswege drängen, lernen hier Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam – Grund- und weiterführende Stufen unter einem Dach. Als die Schule entstand (durch den Zusammenschluss von drei älteren Schulen), war dieses Konzept durchaus fortschrittlich.
Mittlerweile verteilt sich die Schule auf zwei Standorte: das Hauptgebäude in der Danziger Straße und eine kleinere Dependance in Dietrichsdorf. Von außen wirkt der Hauptsitz schlicht und funktional – ein robustes Schulgebäude, das den Alltag aushält. Innen aber herrscht reges Treiben: Die Klassenzimmer sind lebendig, und da es eine Ganztagsschule ist, bleiben die Kinder nicht nur zum Unterricht, sondern auch für Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften.
Ein großer Pluspunkt ist die Flexibilität. Bis zur zehnten Klasse können die Schülerinnen und Schüler je nach Leistung entweder den Hauptschulabschluss oder den Realschulabschluss erwerben. Eine starre Aufteilung nach Leistungsniveau gibt es nicht – was manche Eltern schätzen, weil es mehr Möglichkeiten offenhält. Andere fragen sich vielleicht, ob die Lehrkräfte durch die unterschiedlichen Anforderungen überlastet sind. Unter der Leitung von Schulleiter Carsten Haack bleibt die Schule in städtischer Trägerschaft und ist keine Privatschule.
Für Außenstehende ist der Schulalltag nicht immer leicht zu durchschauen. Schulen funktionieren nicht wie Unternehmen mit festen Öffnungszeiten – wer genaue Infos braucht, etwa zu Bürozeiten oder Veranstaltungsterminen, sollte am besten auf der Website nachsehen (sofern sie aktuell ist) oder direkt im Sekretariat in der Danziger Straße anrufen.
Für die Menschen in Wellingdorf oder Dietrichsdorf ist die Schule eine dieser Einrichtungen, die nicht besonders auffallen, aber einfach funktionieren. Sie ist nicht spektakulär, aber sie existiert seit Jahrzehnten – und das spricht für sich. Ob sie die richtige Wahl ist, hängt vom Kind und der Familie ab. Eines ist jedoch klar: Die Theodor-Storm-Schule wird bleiben.







