Syrien lockt mit Wiederaufbau: Deutsche Firmen und Golfstaaten investieren Milliarden
Lara BraunSyrien lockt mit Wiederaufbau: Deutsche Firmen und Golfstaaten investieren Milliarden
In Syrien wächst das internationale Interesse an der wirtschaftlichen Erholung des Landes. Deutsche Unternehmen und Investoren aus den Golfstaaten haben Milliarden für Wiederaufbauprojekte zugesagt. Die Regierung in Damaskus hat zudem wichtige Finanzreformen eingeleitet, um diesen Wandel zu unterstützen.
In den vergangenen zwölf Monaten hat Deutschland Schritte unternommen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu Syrien zu stärken. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über einen "blühenden Handel". Die staatseigene deutsche Förderbank KfW hat seit Anfang letzten Jahres zudem Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro für den Wiederaufbau bewilligt.
Deutsche Unternehmen engagieren sich zunehmend in Syrien. Siemens Energy prüft Pläne zur Modernisierung des Stromnetzes des Landes. Der bayerische Baustoffhersteller Knauf hat eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks unterzeichnet. Diese Initiativen spiegeln das wachsende Interesse der deutschen Wirtschaft an den Wiederaufbaubemühungen Syriens wider.
Laut Schätzungen der Weltbank belaufen sich die gesamten Wiederaufbaukosten Syriens auf 216 Milliarden US-Dollar. Die Golfstaaten haben bereits über 28 Milliarden Dollar für verschiedene Projekte zugesagt. Auf finanzieller Ebene hat die syrische Regierung neue Banknoten eingeführt und sich wieder an das SWIFT-Zahlungssystem angeschlossen. Diese Reformen erfolgen vor dem Hintergrund einer prognostizierten Wirtschaftsleistung zwischen 60 und 65 Milliarden Dollar für dieses Jahr; der Staatshaushalt für 2026 ist mit 10,5 Milliarden Dollar veranschlagt.
Auch bei der Regierungsführung verzeichnet Syrien Fortschritte. Laut dem Bertelsmann-Transformationsindex erzielte das Land unter 137 bewerteten Staaten die größte Verbesserung in der Kategorie "politische Transformation".
Die Kombination aus ausländischen Investitionen, Finanzreformen und Infrastrukturprojekten deutet auf einen Wendepunkt für die syrische Wirtschaft hin. Da wichtige Akteure wie Deutschland und die Golfstaaten Gelder bereitstellen, gewinnen die Wiederaufbaubemühungen an Fahrt. In den kommenden Jahren dürften sich weitere Entwicklungen abzeichnen, sobald diese Pläne konkrete Formen annehmen.






