04 February 2026, 16:10

Sylter Weinhändler muss sich wegen Millionenbetrugs vor Gericht verantworten

Eine alte Werbung für Bininger's Weinbitter, die einen Mann im Anzug und mit Krawatte zeigt, auf einem Papier mit begleitendem Text abgedruckt.

Prozess gegen Sylt-Weinhändler - Weinbetrug? - Sylter Weinhändler muss sich wegen Millionenbetrugs vor Gericht verantworten

Ein ehemaliger Weinhändler aus Westerland auf Sylt muss sich wegen Betrugs und verzögerter Insolvenzantragstellung vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Investoren getäuscht und zwischen Ende 2018 und 2019 Verluste in Höhe von über 2,6 Millionen Euro verursacht zu haben. Der auf 22 Verhandlungstage angesetzte Prozess soll im Juni mit einem Urteil enden.

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Der Angeklagte betrieb seit 2003 einen Weinhandel, eine Gastronomiesparte sowie ein Geschäft für Küchenutensilien und Feinkost. Ende November 2018 war sein Unternehmen mit Verbindlichkeiten von 1,6 Millionen Euro und einer Unterdeckung von 1,5 Millionen Euro jedoch bereits insolvent. Dennoch meldete er die Pleite erst im Januar 2020 an.

Investoren wurde angeboten, Wein, Champagner oder Cognac im Voraus zu bezahlen – mit der Option, innerhalb einer festgelegten Frist zu stornieren und eine Rückerstattung zu erhalten. Statt die Waren auszuliefern oder das Geld zurückzuerstatten, verwendete der Angeklagte die Mittel aus neuen Investitionen, um ältere Schulden zu begleichen. Im April 2019 gründete er einen Investmentfonds, der mindestens zehn Prozent Rendite pro Jahr verspricht, und warb so über 356.000 Euro von mehreren Geldgebern ein.

Das System weitete sich nach einem Brand im August 2019 aus, als der Angeklagte begann, selbst produzierten Gin zu verkaufen und damit zusätzliche 216.000 Euro einsammelte. Zudem nahm er ein Darlehen über 125.000 Euro für Champagner auf, lieferte jedoch Flaschen im Wert von rund 163.000 Euro nicht aus. Bisher gibt es keine Hinweise auf Mittäter bei den Betrugsvorwürfen.

Zwischen Dezember 2018 und Oktober 2019 lockte der Angeklagte weiterhin Investoren mit falschen Angaben zu seiner finanziellen Stabilität an. Die Ermittler gehen davon aus, dass er spätestens Ende 2018 von der Insolvenz wusste, das Geschäft aber weiterführte.

Im Mittelpunkt des Prozesses stehen die Handlungen des Angeklagten während des finanziellen Zusammenbruchs, bei dem Verluste von mehr als 2,6 Millionen Euro entstanden. Ein Urteil wird nach 22 Verhandlungstagen im Juni erwartet. Bisher wurden keine weiteren Personen oder Unternehmen mit dem mutmaßlichen Betrug in Verbindung gebracht.