Streit um Mietvertrag zwingt profitable Berliner Apotheke zur Schließung
Nina WalterStreit um Mietvertrag zwingt profitable Berliner Apotheke zur Schließung
Eine bekannte Filiale der Easy Apotheke in der Wilmersdorfer Straße im Westen Berlins hat geschlossen, nachdem die Inhaberin Sohir Ammar Insolvenz angemeldet hatte. Die Schließung erfolgte trotz guter wirtschaftlicher Lage der Apotheke – als Grund wird nicht etwa finanzielle Not genannt, sondern ein Streit um den Mietvertrag.
Ammar hatte 2023 zwei Standorte der Easy Apotheke übernommen, darunter die nun geschlossene Filiale in der Wilmersdorfer Straße. Die Schließung folgte auf die Weigerung des Vermieters, den Mietvertrag zu verlängern – betroffen war auch ein benachbartes Bekleidungsgeschäft. Der Eigentümer plant, ein bereits im Gebäude befindliches Hotel zu erweitern, doch gibt es Spekulationen, dass langfristig eine andere Apotheke in die Räumlichkeiten einziehen könnte.
Die Insolvenz ist nicht auf allgemeine wirtschaftliche Probleme im Apothekensektor zurückzuführen. Beide Standorte waren profitabel, und Ammars finanzielle Schwierigkeiten begannen, als sie einen Standort verlor, aber weiterhin für dessen Finanzierung haften musste. Hätte sie den Mietvertrag verlängern können, wäre die Insolvenz trotz siebenstelliger Verbindlichkeiten vermeidbar gewesen.
Das Insolvenzverfahren läuft derzeit und soll voraussichtlich bis August abgeschlossen sein. Die Easy Apotheke am Kurfürstendamm mit acht Mitarbeitenden bleibt unterdessen wie gewohnt geöffnet.
Die Schließung der Filiale in der Wilmersdorfer Straße markiert das Ende einer kurzen, aber turbulenten Phase für Ammars Unternehmen. Zwar hat der Vermieter noch keine konkreten Pläne für die weitere Nutzung der Räume bestätigt, doch Branchenkenner halten es für möglich, dass eine neue Apotheke einziehen könnte. Die in den kommenden Monaten abschließenden Insolvenzverfahren werden schließlich über Ammars verbleibende Schulden entscheiden.
