19 April 2026, 10:04

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen eskaliert

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen, die in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt bekommen haben, zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen eskaliert

Pläne für ein neues Abschiebezentrum am Münchner Flughafen haben scharfe Kritik von Politikern und Hilfsorganisationen ausgelöst. Im Mittelpunkt der Bedenken stehen die mögliche Größe der Einrichtung, mangelnde Transparenz sowie die Auswirkungen auf das Asylverfahren insgesamt. Gegner argumentieren, dass das Zentrum die Zahl der Abschiebungen in Deutschland verdoppeln könnte, während freiwillige Rückkehroptionen vernachlässigt würden.

Florian Herrmann von der CSU berief sich auf Daten der Bundespolizei, um den Bedarf für das Terminal zu begründen. Demnach gibt es bundesweit rund 260.000 Menschen mit vollziehbaren Abschiebebescheiden, allein in Bayern sind es 33.000. Doch Kritiker zweifeln daran, ob die Kapazitäten des Zentrums tatsächlich dem realen Bedarf entsprechen.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher verurteilte die Intransparenz des Projekts und die Ausrichtung auf Massenabschiebungen. Er betonte, dass Abschiebungen vorrangig Straftäter betreffen sollten und nicht gut integrierte Bewohner. Becher warnte zudem, dass der Flughafen München durch das Zentrum zu einem nationalen Abschiebeknotenpunkt werden könnte, der deutlich mehr Fälle abwickelt als bisher in ganz Deutschland bearbeitet werden.

Benno Zierer von den Freien Wählern teilte die Bedenken hinsichtlich der Dimensionen des Projekts. Er bezeichnete den geplanten Anstieg der Abschiebungen als unverhältnismäßig. Unterdessen forderte Stephan Griebel vom Freisinger Hilfenetzwerk eine Stärkung der freiwilligen Rückkehrprogramme. Er warnte, das Zentrum könnte zu einem Binnen-Sekundärmigrationszentrum werden und Menschen damit effektiv vom Asylverfahren ausschließen.

Das geplante Abschiebezentrum bleibt umstritten. Politiker und Hilfsorganisationen drängen auf alternative Lösungen, während weiterhin Fragen zur Notwendigkeit, Transparenz und den Folgen für Schutzsuchende offenbleiben. Die Debatte dreht sich nun darum, ob das Projekt wie geplant umgesetzt oder überarbeitet wird.

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