30 April 2026, 16:22

Streit um Berliner Zeitung: Chefreporterin geht, Ex-Redakteur greift an

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" darauf, vor schwarzem Hintergrund.

Streit um Berliner Zeitung: Chefreporterin geht, Ex-Redakteur greift an

Der Abgang von Anja Reich-Osang, der langjährigen Chefreporterin der Berliner Zeitung, hat eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen der Zeitungsspitze und einem ehemaligen Mitarbeiter ausgelöst. Nach 30 Jahren beim Blatt verließ Reich-Osang Anfang dieses Monats das Haus – was Franz Sommerfeld, einen früheren Redakteur, zu scharfer Kritik an der politischen Ausrichtung des Mediums veranlasste. Verleger Holger Friedrich konterte nun mit einer deutlichen Zurückweisung und bezeichnete Sommerfelds Vorwürfe als haltlos und schädlich.

Franz Sommerfeld, der selbst einst für die Berliner Zeitung arbeitete, hatte nach Reich-Osangs Ausscheiden öffentlich die redaktionelle Linie der Zeitung angegriffen. Ihr Abgang spiegle seiner Meinung nach tiefere Probleme innerhalb des Verlags wider. Daraufhin veröffentlichte Holger Friedrich – der die Zeitung seit über sechs Jahren führt – einen persönlichen Beitrag, in dem er Sommerfelds Behauptungen als "völligen Unsinn" und "gefährlich" für die Mitarbeiter moral bezeichnete.

Friedrich hatte zunächst nicht offenlegt, dass die Kritik von Sommerfeld und nicht aus den Reihen der Zeitung selbst stammte. Zudem warf er dem Medienfachdienst kress "unobjektive Berichterstattung" vor und verurteilte einen "erfundenen Text" über seine Ehefrau, ohne jedoch nähere Details zu nennen. Der Verleger verteidigte sein Vorgehen bei Reich-Osangs Abgang und stellte es als eine routinemäßige Personalentscheidung dar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Friedrich Medienpraktiken kritisiert. In internen Gesprächen hatte er bereits mehrfach auf berufliche Defizite in der Branche hingewiesen. Seine jüngsten Äußerungen markieren jedoch einen seltenen öffentlichen Konflikt über interne Angelegenheiten des Blattes.

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Die Debatte wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen bei der Berliner Zeitung nach dem prominenten Abgang. Friedrichs scharfe Reaktion zeigt, wie entschlossen er gegen seiner Ansicht nach irreführende Darstellungen über die Zeitung vorgehen will. Reich-Osangs Ausscheiden und die anschließende Diskussion haben die Führung des Hauses erneut in den Fokus der Kritik gerückt.

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