12 March 2026, 08:04

Stadtwerke-Chef Hermes tritt nach Grundstücksskandal in Bonn zurück

Eine Grafik zeigt die Stromkrise in Texas 2021 mit verschiedenen Farben für unterschiedliche Stromstärken und begleitendem Text.

Stadtwerke-Chef Hermes tritt nach Grundstücksskandal in Bonn zurück

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt im Zuge des anhaltenden Grundstücksskandals in Bonn bekannt gegeben. Sein Abschied erfolgt nur zwei Jahre nach Amtsantritt; sein Ausscheiden ist für den Sommer geplant. Hermes hatte die Affäre bereits im Dezember aufgedeckt und dabei politische Einflussnahme bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar enthüllt.

Der Skandal wirft Fragen zur Rolle eines örtlichen Busunternehmers und großen CDU-Spenders auf. Trotz der weiterhin erklärten Unterstützung durch den Aufsichtsrat nannte Hermes den Vertrauensverlust in die lokale Politik als Grund für seinen Rückzug.

Hermes hatte den Grundstücksskandal Ende letzten Jahres aufgedeckt. Seine Ermittlungen legten nahe, dass lokale Politiker versucht hatten, eine Landtransaktion am Flugplatz Hangelar zu manipulieren. Spätere Untersuchungen deuteten auf mögliche Verbindungen zwischen dem Deal und dem Bonner Busunternehmer hin, der zugleich ein bedeutender Förderer der CDU ist.

Der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke sprach Hermes und dem Führungsteam nach der Rücktrittsankündigung öffentlich seine Unterstützung aus. Das Unternehmen bestätigte jedoch, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.

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Sein Rückzug erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für den Versorger. Zwar wurden noch keine konkreten Investitionspläne für die Bonner Wärme- und VerkehrsWende – mit einem potenziellen Volumen von bis zu drei Milliarden Euro – veröffentlicht, doch in der allgemeinen Debatte wird der Finanzierungsbedarf betont. Als mögliche Quellen gelten der Deutschlandfonds, das BEW-Programm sowie die NRW.BANK, während Bonner Details weiterhin unklar bleiben.

Hermes wird sein Amt bis zum Sommer verlassen und damit seine zweijährige Amtszeit beenden. Der Rücktritt folgt auf seine Rolle bei der Aufdeckung des Grundstücksskandals, der weiterhin für Schlagzeilen sorgt. Unterdessen stehen die Bonner Stadtwerke vor der Herausforderung, die Finanzierung großer Infrastrukturprojekte zu sichern – und gleichzeitig die Folgen der Affäre zu bewältigen.

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