04 March 2026, 19:46

SPD will Landapotheken mit höherer Festgebühr vor dem Aus retten

Ein Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "160 Milliarden Euro die Einsparungen, die Steuerzahler durch die Verhandlung niedrigerer Arzneimittelpreise durch Medicare erzielen werden."

SPD will Landapotheken mit höherer Festgebühr vor dem Aus retten

Die SPD unterstützt Pläne, die Festgebühr für Apotheken im Rahmen des neuen Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) anzuheben. Parteimitglieder argumentieren, dass dieser Schritt dazu beitragen werde, die stark unter Druck geratenen Landapotheken zu stabilisieren, deren Zahl in den letzten Jahren deutlich zurückging. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Unterstützung für lokale Apotheker mit den finanziellen Belastungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Einklang zu bringen.

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In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Apotheken in ländlichen Regionen Deutschlands kontinuierlich gesunken. Besonders betroffen sind kleinere und abgelegene Standorte, die unter Personalmangel, schrumpfenden Gewinnen und tiefgreifenden strukturellen Veränderungen leiden. Viele mussten schließen, sodass Gemeinden zunehmend weniger Möglichkeiten für essentielle Gesundheitsversorgung haben.

Der von der Regierung vorgelegte Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes, der am 27. Februar 2026 beraten wurde, soll dieser Entwicklung entgegenwirken. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Lockerung von Vorschriften für die Eröffnung neuer Filialen sowie die Erweiterung der beruflichen Aufgaben von Apothekern. Die SPD betont, dass diese Änderungen Landapotheken wirtschaftlich tragfähiger machen und gleichzeitig die Patientenversorgung verbessern werden.

Dr. Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, bezeichnete die Festgebühr als "Grundpfeiler" der ländlichen Gesundheitsversorgung. Er warnte, dass ohne die Erhöhung inhabergeführte Apotheken vor dem finanziellen Kollaps stünden, da sie oft der letzte lokale Ansprechpartner für gesundheitliche Belange seien. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit, die finanzielle Stabilität des GKV-Systems im Blick zu behalten.

Tanja Machalet, eine weitere SPD-Abgeordnete, wies auf die über die Medikamentenabgabe hinausgehende Rolle der Apotheken hin. Sie beschrieb sie als unverzichtbare Stützen der Gemeinschaft – als Orte sozialer Unterstützung, leicht zugänglicher Gesundheitsberatung und sogar als Faktoren für die Stärkung demokratischer Teilhabe. Machalet setzte sich zudem dafür ein, dass Apotheken eine größere Rolle als "Gesundheitslotsen" übernehmen und durch erweiterte Dienstleistungen die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung fördern.

Langfristiges Ziel der Partei ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern einen zuverlässigen Zugang zu Apotheken zu garantieren. Gleichzeitig räumen die Verantwortlichen ein, dass es eine Herausforderung bleibt, die Interessen der Apotheken mit der Stabilität der deutschen Gesundheitsfinanzierung in Einklang zu bringen.

Die geplante Gebührenerhöhung und die regulatorischen Reformen sollen den Niedergang der Landapotheken stoppen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnten diese sich besser an Personalengpässe und wirtschaftliche Zwänge anpassen und gleichzeitig neue Aufgaben im Gesundheitsbereich übernehmen. Die SPD bleibt überzeugt, dass die Sicherung lokaler Apothekendienste entscheidend für die Patientensicherheit und das Wohl der Gemeinschaften ist.