Skandalvideos zerstören Hagels Traum vom Ministerpräsidentenamt in Baden-Württemberg
Nina WalterFest entschlossen und konservativ - das ist Manuel Hagel - Skandalvideos zerstören Hagels Traum vom Ministerpräsidentenamt in Baden-Württemberg
Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg, strebte danach, jüngster Ministerpräsident des Landes zu werden. Doch sein Wahlkampf nahm eine dramatische Wende, als nur wenige Wochen vor der Abstimmung zwei umstrittene Videos auftauchten. Umfragen hatten zuvor ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen seiner Partei und den Grünen gezeigt – beide lagen bei 28 Prozent vor der Wahl im März 2026.
Hagels politischer Aufstieg verlief rasant. Er inszenierte sich als moderner Konservativer, der sich auf Heimat, Tradition und Familie konzentriert. Bekannt für sein Netzwerkgeschick und strategisches Denken, hatte er versucht, die verschiedenen Flügel der CDU zu einen. Kritiker warfen ihm jedoch vor, es mangele ihm an einem klaren politischen Profil, und er kämpfte mit geringer öffentlicher Bekanntheit.
Seit 2016 regiert in Baden-Württemberg eine schwarz-grüne Koalition unter Winfried Kretschmann, der nicht mehr kandidiert. Die Grünen, angeführt von Cem Özdemir, lagen in ersten Hochrechnungen knapp vorn – 47 Prozent der Wähler bevorzugten ihn als Ministerpräsident. Weitere Parteien im Rennen waren die AfD mit 18 Prozent, die SPD mit 8 Prozent sowie FDP und Linke mit je 5,5 Prozent, allesamt knapp an der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament.
Hagels Wahlkampf erlitt einen schweren Rückschlag, als ein Video öffentlich wurde, in dem er sexistische Äußerungen machte. Ein zweites Video, das einen hitzigen Streit mit einer Lehrerin zeigte, schwächte seine Position weiter. Die Skandale überschatten seinen Versuch, fast sechs Jahrzehnte grüne Regierungsverantwortung im Land zu beenden.
Erste Wahlergebnisse zeigten die Grünen leicht vor der CDU – Hagels Sieg war damit ungewiss. Die Entscheidung wird nun zeigen, ob die Union die Macht zurückerobert oder die Grünen ihren langjährigen Einfluss ausbauen. Die politische Zukunft Baden-Württembergs hängt von den endgültigen Zahlen ab.
