Sixt feuert drei Mitarbeiter kurz vor Betriebsratswahl – Gewerkschaft klagt an
Elias HofmannSixt feuert drei Mitarbeiter kurz vor Betriebsratswahl – Gewerkschaft klagt an
Drei Mitarbeiter des Autovermieters Sixt wurden nur einen Tag vor einer geplanten Betriebsratswahl entlassen. Das Unternehmen steht seit Langem in der Kritik, solche Abstimmungen zu behindern. Nun bereiten sich die betroffenen Beschäftigten darauf vor, ihre Kündigungen gerichtlich anzufechten.
Die Gewerkschaft Verdi hat rechtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige gegen den regionalen Geschäftsführer von Sixt sowie gegen Aktionäre gestellt. Der Konflikt unterstreicht die anhaltenden Spannungen um die Mitarbeitervertretung beim Autovermieter.
Die drei Beschäftigten hatten sich für die Gründung eines Betriebsrats bei Sixt eingesetzt. Ihre Kündigungen erfolgten abrupt – die Kündigungsschreiben trafen einen Tag vor dem geplanten Wahltermin ein. In der Folge wurde die Abstimmung abgesagt, sodass der Standort nun ohne Vertretung dasteht.
Sixt weist jede Schuld von sich. Das Unternehmen behauptet, die Belegschaft habe sich in der Vergangenheit mehrfach gegen die Einrichtung eines Betriebsrats ausgesprochen. Allerdings deuten frühere Fälle auf ein Muster des Widerstands hin: In Düsseldorf war Sixt bereits einmal dazu verurteilt worden, drei fristlos entlassene Mitarbeiter wieder einzustellen – doch bis heute gibt es dort keinen Betriebsrat.
Die entlassenen Beschäftigten wurden umgehend freigestellt und mussten das Unternehmen verlassen. Nun wollen sie vor dem Arbeitsgericht gegen ihre Kündigungen vorgehen. Verdi hat die Angelegenheit unterdessen eskaliert, indem sie Strafanzeige gegen Führungskräfte von Sixt erstattete.
Auch der SPD-Politiker Kianusch Stender hat angekündigt, den Fall im Wirtschaftsausschuss zur Sprache zu bringen. Die Affäre reiht sich ein in Sixts Geschichte juristischer Auseinandersetzungen um Arbeitnehmerrechte, insbesondere bei der Verhinderung von Betriebsratsgründungen.
Die abgesagte Wahl lässt den Sixt-Standort vorerst ohne Betriebsrat zurück. Mit weiteren Rechtsstreitigkeiten ist zu rechnen, da die entlassenen Mitarbeiter auf Wiedereinstellung klagen. Verdis Strafanzeige könnte die Prüfung der Arbeitsbedingungen bei Sixt zusätzlich verschärfen.






