Schweben über der Kieler Förde: Ballonfahrten mit Panoramablick und Stille
Lara Braun
Schweben über der Kieler Förde: Ballonfahrten mit Panoramablick und Stille
An klaren Morgen, wenn sich der Nebel über der Kieler Förde endlich auflöst, kann man mit etwas Glück einen Heißluftballon am Himmel entdecken – leuchtend über dem Wasser und den fleckigen Feldern Schleswig-Holsteins. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um das Ballonteam-Ostsee, eine der wenigen Adressen in der Region, die Ballonfahrten anbietet. Christoph Laloi führt das Team und nimmt Passagiere mit auf eine Fahrt über die gewundenen Ufer der Förde und das dahinterliegende Farmland.
Hier oben ist es ganz anders als im lärmenden Kieler Hafen oder auf den vollbesetzten Ausflugsbooten. Alles verläuft langsam. Fast zu leise. Die Starts erfolgen von offenen Feldern in der Nähe der Stadt, aber nur, wenn das Wetter mitspielt – Wind und Sichtverhältnisse geben den Ton an. Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Man bucht im Voraus und wartet dann auf den Anruf: bei Sonnenaufgang oder in der Dämmerung, immer dann, wenn es ruhig genug ist. Die Website und die Telefonnummer (sie sind in der Jägersbergstraße 3 ansässig, nicht weit vom Zentrum entfernt) sind die besten Anlaufstellen für Informationen. Erwartet aber keine hochprofessionelle Hotline – es handelt sich um einen kleinen Betrieb.
Der eigentliche Höhepunkt ist die Aussicht. Ein paar hundert Meter über dem Boden wirken die Kieler Werften wie Spielzeug, das Wasser der Förde breitet sich ungleichmäßig aus, und die Felder darunter scheinen im frühen Licht fast wie aneinandergereiht. Laloi fliegt seit Jahren Ballons und sorgt für einen ruhigen, aber nicht hektischen Flug. Auf Wunsch weist er auf Sehenswürdigkeiten hin. Der Korb bietet Platz für vier bis sechs Personen – gemütlich, aber nicht beengt. Wer allerdings Höhenangst hat, sollte es vielleicht lieber lassen.
Die meisten Bewertungen fallen positiv aus. Die Gäste schwärmen von der friedvollen Atmosphäre und davon, dass Laloi sein Handwerk versteht. Einige erwähnen kurzfristige Absagen – das Wetter ist nun einmal unberechenbar. Doch wer tatsächlich oben war, kommt meist beeindruckt zurück, selbst wenn es nur daran liegt, die eigene Stadt aus einer völlig neuen Perspektive gesehen zu haben.
Wer Interesse hat, kann einfach anrufen oder eine E-Mail schicken. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Und wenn die Bedingungen stimmen, schwebt man vielleicht bald über der Förde, während nur das gelegentliche Aufflammen des Brenners die Stille durchbricht.







