21 January 2026, 12:09

Schleswig-Holstein setzt auf Kameras gegen Gewalt in Regionalzügen

Ein detaillierter alter Stadtplan von Schleswig-Holstein, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten bereitstellt.

Nach dem Angriff in Brokstedt: Mehr Züge im Norden erhalten Kameras - Schleswig-Holstein setzt auf Kameras gegen Gewalt in Regionalzügen

Schleswig-Holstein rüstet Regionalzüge mit Videoüberwachung auf

Um die Sicherheit in seinen Regionalzügen zu erhöhen, lässt Schleswig-Holstein in 55 Wagen Videoüberwachung installieren. Der Schritt folgt einem tödlichen Messerangriff im Januar 2023, bei dem zwei junge Fahrgäste ihr Leben verloren. Die Behörden erhoffen sich von den Kameras eine abschreckende Wirkung auf Straftaten, eine bessere Aufklärung von Vorfällen sowie mehr Sicherheit für Reisende.

Das 1,2-Millionen-Euro-Projekt sieht vor, jeden Wagen mit vier bis fünf Kameras auszustatten. Diese zeichnen während der Fahrt durchgehend auf und speichern die Bilder in einer 72-Stunden-Schleife – ohne Tonaufnahme –, bevor die Daten automatisch gelöscht werden. Über sichtbare Hinweise werden die Fahrgäste über die Überwachung informiert.

Die Aufnahmen können aus der Ferne abgerufen werden, doch wer neben den Ermittlungsbehörden Zugriff erhält, bleibt vorerst unklar. Die Deutsche Bahn bestätigte, dass sie auf Anfrage von Bundes- oder Landespolizei die Aufnahmen sichern und aushändigen wird, wobei jeder Schritt dokumentiert wird. Dieses Vorgehen soll Transparenz und Verantwortung im Umgang mit den Daten gewährleisten. Die Entscheidung fällt nach der Verurteilung eines 35-jährigen Palästinensers zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere für den Angriff 2023 – eine vorzeitige Entlassung ist damit ausgeschlossen.

Auf der Strecke Hamburg–Kiel/Flensburg sind in einigen Zügen bereits vier Kameras pro Wagen im Einsatz, auf der Linie Hamburg–Lübeck/Travemünde sogar acht. Mit der Erweiterung werden nun weitere Strecken abgedeckt. Beamte betonen, dass die Überwachung sowohl der Aufklärung von Straftaten als auch der Steigerung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste dient.

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Die neuen Kameras arbeiten im 72-Stunden-Rhythmus und geben Ermittlern damit ein Zeitfenster, um bei Bedarf Beweismaterial zu sichern. Zwar sind die Zugriffsrechte auf die Aufnahmen jenseits polizeilicher Anfragen noch nicht abschließend geklärt, doch das System soll Sicherheit und Datenschutz in Einklang bringen. Die Maßnahmen sind Teil der fortlaufenden Bemühungen, Vorfälle wie den Angriff von 2023 zu verhindern und die Sicherheit im Regionalverkehr zu stärken.