24 January 2026, 06:02

Schleswig-Holstein kämpft mit hohem Krankenstand – psychische Belastungen dominieren

Ein detaillierter alter Stadtplan von Schleswig-Holstein, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten bereitstellt.

DAK: Krankheitsfehlzeiten in Schleswig-Holstein stabil - Schleswig-Holstein kämpft mit hohem Krankenstand – psychische Belastungen dominieren

Krankenstand in Schleswig-Holstein bleibt 2025 stabil – doch über Bundesdurchschnitt

In Schleswig-Holstein blieb die Krankschreibungsquote im Jahr 2025 mit 5,5 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Damit liegt das Bundesland weiterhin 2,4 Prozentpunkte über dem Bundesschnitt – ein Trend, der bei Gesundheitsministern und Versicherern Besorgnis auslöst. Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit waren psychische Erkrankungen, gefolgt von Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Beschwerden.

Im Durchschnitt fehlten die Beschäftigten im Bundesland im vergangenen Jahr 20 Tage wegen Krankheit. Psychische Belastungen schlugen dabei besonders zu Buche: Pro 100 Versicherte entfielen 415 Fehltage auf diese Ursache – mehr als bei jedem anderen Grund. Auch Atemwegsinfekte sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden trugen maßgeblich zu den Ausfallzeiten bei.

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Gegensteuern sollen nun verschiedene Initiativen. Das Projekt "Job-Ahoi" im Kreis Steinburg, gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Jobcenter, unterstützt Langzeitarbeitslose durch Coaching, Berufsqualifizierung und Gesundheitsmanagement. Bis 2027 läuft das Vorhaben, das unter anderem "persönliche Gesundheitsmanager" in Gruppensettings einsetzt, um nachhaltige Beschäftigung zu fördern. Parallel hat das Bundesland neun Modellprojekte mit fünf Millionen Euro Fördergeld auf den Weg gebracht. Im Fokus stehen Branchen wie Gesundheitswesen und Tourismus, in denen maßgeschneiderte Qualifizierungen und "Kultur-Coaches" Teilnehmende mit Arbeitgebern vernetzen sollen. Ziel ist es, Langzeitarbeitslosigkeit zu verringern und die Arbeitsmarktintegration zu verbessern.

Auch andere Akteure werden aktiv: Die ASB Schleswig-Holstein hat ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) eingeführt, um das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu stärken. Die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademien für Sozialmedizin (LVGFSH) veranstaltet im Rahmen des Themonats "Arbeitswelten im Wandel" Workshops und Fachveranstaltungen – etwa zu psychischer Gesundheit und unbezahltem Pflegeengagement. Zudem werden Kitas und Schulen einbezogen, um Prävention bereits in frühen Lebens- und Arbeitswelten zu verankern.

Die Krankenkasse DAK fordert unterdessen vertiefte Forschung, warum die Krankschreibungsquoten in Norddeutschland besonders hoch ausfallen. Sie betont, dass Arbeitgeber, Gewerkschaften, Mediziner und Versicherer gemeinsam an Lösungen arbeiten müssten. Gute Arbeitsbedingungen und eine starke Unternehmenskultur gelten als zentrale Hebel, um Fehlzeiten zu reduzieren.

Während der Krankenstand in Schleswig-Holstein unverändert bleibt, setzen die neuen Projekte an den Ursachen an. Angesichts der dominierenden Rolle psychischer Belastungen sind gezielte Hilfsangebote und betriebliche Gesundheitsförderung nun gestartet. Ob die Maßnahmen greifen, hängt davon ab, ob Arbeitgeber, Gesundheitsanbieter und Politik weiterhin an einem Strang ziehen.