Sachsen-Anhalts Nachbarschaftshelfer: Wie Ehrenamt den Alltag älterer Menschen erleichtert
Elias HofmannNachbarschaftshilfe wächst in Sachsen-Anhalt - Sachsen-Anhalts Nachbarschaftshelfer: Wie Ehrenamt den Alltag älterer Menschen erleichtert
In Sachsen-Anhalt wächst ein Netzwerk ehrenamtlicher Nachbarschaftshelfer, die ältere und hilfsbedürftige Bürger im Alltag unterstützen. Die Freiwilligen, die sich selbst als "Nachbarschaftshelfer" bezeichnen, übernehmen Einkäufe, Haushaltsaufgaben oder begleiten zu Terminen. Viele von ihnen, wie die 60-jährige Kerstin Kränzel, engagieren sich aus einem Gefühl der Gemeinschaft und gegenseitigen Unterstützung heraus.
Kerstin Kränzel begleitet jede Woche eine ältere Dame mit eingeschränkter Mobilität beim Einkaufen. Für sie steht beim Ehrenamt der Wunsch im Vordergrund, die engen Nachbarschaftsstrukturen wiederzubeleben, die sie noch aus der DDR kennt. Diese Motivation teilen viele Helferinnen – denn 70 Prozent der Engagierten sind Frauen, oft Rentnerinnen oder kurz vor dem Ruhestand.
Das Programm ermöglicht es den Freiwilligen, bis zu 131 Euro im Monat über die Pflegeversicherung zu verdienen. Dennoch nutzten im vergangenen Jahr nur 56,7 Prozent der Berechtigten in Sachsen-Anhalt das Entlastungsgeld. Hemmschwellen wie Stigmatisierung und mangelnde Aufklärung bleiben zentrale Hürden für die Teilnahme.
Seit dem Start der Initiative haben sich über 4.000 Menschen als Nachbarschaftshelfer registriert. Das Projekt läuft noch bis Ende dieses Jahres, wobei für 2025 bereits 97 Schulungen geplant sind.
Die Aktion bietet nicht nur praktische Hilfe, sondern stärkt auch den lokalen Zusammenhalt. Mit Tausenden Beteiligten wollen die Organisatoren das Schulungsangebot ausbauen und den Zugang erleichtern. Im Fokus steht vor allem, dass noch mehr Anwohner von der Unterstützung profitieren.
