
RetroSammler in Kiel: Ein verstecktes Paradies für Gaming-Nostalgiker
RetroSammler liegt verborgen in der Sophienblatt 69 – gleich um die Ecke von der Holstenstraße –, doch man könnte leicht vorbeigehen, ohne es zu bemerken. Keine Neonreklamen, keine grellen Schaufenster. Nur ein unauffälliger Laden mit einer Fülle alter Gaming-Schätze, der es irgendwie schafft, Leute magisch anzuziehen.
Der Ort wirkt weniger wie ein Geschäft und mehr wie ein liebevoll sortiertes Archiv der Spielegeschichte. Hier findet man Nintendos, PlayStations, aber auch Kuriositäten wie Dreamcasts oder TurboGrafx-16 – falls man überhaupt weiß, was das ist. Manche Artikel sehen aus, als wären sie frisch aus der Fabrik: noch originalverpackt in Folie. Andere tragen die Spuren intensiven Gebrauchs, so als wären sie zu unzähligen LAN-Partys und Schlafübernachtungen mitgeschleppt worden. Die Preise variieren: günstig für Alltagsware, atemberaubend hoch für die seltenen Fundstücke, für die Sammler tief in die Tasche greifen.
Offiziell bietet der Laden auch Marketing-Dienstleistungen an – doch was das konkret bedeutet, bleibt ein Rätsel. Im Kern geht es hier um das Handfeste: Spiele, Konsolen, vielleicht sogar ein zufälliges Sonic-Stofftier, wenn man Glück hat.
Die Bewertungen sind mit solide 4,3 Sternen durchweg positiv. Kunden loben faire Preise, den Nervenkitzel, endlich ein seit Jahren gesuchtes Stück zu finden, oder die Fachkenntnis des Besitzers, der selbst bei obskuren Modulen oder defekten Konsolen genau Bescheid weiß. Allerdings hat der Laden seine Eigenheiten – etwa die Tatsache, dass nirgends Öffnungszeiten angegeben sind. Wer einfach so vorbeischaut, könnte Pech haben.
Wer vorbeikommen möchte: Die Adresse ist Sophienblatt 69, leicht zu erreichen nach einem Kaffee oder einem Bummel durch die umliegenden Läden. Keine Website, keine Telefonnummer – nur der Laden selbst. Und ehrlich gesagt passt das irgendwie zu einem Ort, der dem alten Schul-Gaming huldigt. Manche Dinge sind einfach besser im Original – und vor Ort.

