04 May 2026, 08:05

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern während einer Klimawandel-Demonstration in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ausgesprochen, ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Die geplante Anlage in der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, stößt auf starken Widerstand von Gruppen, die ihre Vereinbarkeit mit den lokalen Klimazielen infrage stellen.

Mittlerweile sind zehn formelle Einsprüche gegen das Projekt beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), der zuständigen Aufsichtsbehörde, eingereicht worden. Kritiker argumentieren, dass die Investition von 44 Millionen Euro Mainz für Jahrzehnte an veraltete Gastechnologie binden und die Verpflichtung der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu werden, untergraben könnte.

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Maren Goschke vom BUND Mainz verurteilte die Pläne als „Rückschritt“ und warnte, sie stünden im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt. Greenpeace Mainz-Wiesbaden teilte diese Bedenken und erklärte, das Kraftwerk könnte die Fortschritte bei der Emissionsreduzierung zunichtemachen.

Das Bündnis verwies zudem auf Batteriespeicher als tragfähige Alternative. Die Kosten für solche Systeme seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute. Michael Lengersdorff von MainzZero forderte einen offenen Dialog und hinterfragte, wie ein neues Gaskraftwerk mit den Umweltversprechen der Stadt vereinbar sei.

Über die unmittelbaren Proteste hinaus drängen die Gruppen auf Gespräche mit KMW und der SGD Süd. Ihr Ziel ist es, klimaneutrale Lösungen zu erkunden und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd zur Prüfung vor. Sollte das Projekt genehmigt werden, würde der Bau trotz der Bedenken hinsichtlich der langfristigen ökologischen und wirtschaftlichen Folgen voranschreiten. Die Debatte spiegelt die grundsätzlichen Spannungen zwischen Energiebedarf und Klimazielen in der Region wider.

Quelle