05 May 2026, 12:05

Proteste gegen rechtsextreme Kampfakademie in Halle eskalieren

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Proteste gegen rechtsextreme Kampfakademie in Halle eskalieren

Am Wochenende fand in Halle eine Protestaktion gegen ein Kampfstudio mit Verbindungen zur extremen Rechten statt. Die Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich zunächst vor dem Hauptbahnhof, bevor sie in Richtung der Gladiator Fight Academy in Teutschenthal zogen. Das Studio hatte kurz zuvor die Premiere seiner Gladiator Fight Series veranstaltet – eine Veranstaltung, die auch Besucher mit bekannten Bezügen zur rechtsextremen Szene anzog.

Organisiert wurde die Kundgebung von der lokalen antifaschistischen Gruppe Daumen runter (Thumbs Down). Die Protestierenden richteten sich gegen das Studio, dem sie vorwerfen, ein Netzwerk für rechtsextreme Kontakte und Rekrutierung zu bieten. Die Veranstalter sprachen von 300 Teilnehmenden, während die Polizei die Zahl auf 170 schätzte. Unter den Demonstranten war auch Maxim, ein 20-jähriger linker Kampfsportler, der in einem explizit antifaschistischen Kampfclub trainiert.

Die Gladiator Fight Academy steht bereits länger in der Kritik, weil sie Gewalt und Diskriminierung allegedly dulden soll. Zu den zentralen Figuren zählt Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt, der wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie schwerer Körperverletzung vorbestraft ist. Ein weiterer Akteur ist Hans Krüger, Fan des FC Energie Cottbus und Jugendtrainer im Studio, dem Verbindungen zur rechtsextremen Hooligan-Szene nachgesagt werden. Einige dieser Hooligans sollen an dem bewaffneten Angriff auf das linke Leipziger Szeneviertel Connewitz im Jahr 2016 beteiligt gewesen sein.

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Die Veranstaltung selbst fand in einem städtischen Kultur- und Bürgerzentrum statt. Die Stadtverwaltung erklärte, dass Mietverträge für öffentliche Einrichtungen privatrechtliche Verträge seien und die Entscheidung über die Nutzung somit in lokaler Verantwortung liege. Unterdessen skandierten die Protestierenden Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen“ und forderten die Schließung des Studios.

Die Demonstration machte die anhaltenden Spannungen zwischen antifaschistischen Gruppen und rechtsextremen Netzwerken in der Region deutlich. Trotz Forderungen nach einer Schließung bleibt die Gladiator Fight Academy vorerst in Betrieb. Die Stadtbehörden haben bisher keine unmittelbaren Pläne angekündigt, in die Aktivitäten des Studios einzugreifen.

Quelle