Prien reformiert Demokratie-Förderung – SPD wirft Ministerium Intransparenz vor
Lara BraunPrien reformiert Demokratie-Förderung – SPD wirft Ministerium Intransparenz vor
Familienministerin Karin Prien (CDU) hat Pläne zur Umstrukturierung des Bundesprogramms „Lebendige Demokratie“ angekündigt. Die 2014 ins Leben gerufene Initiative fördert derzeit Hunderte von Projekten, die sich für die Stärkung der Demokratie sowie gegen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die Unterstützung künftig stärker auf Einrichtungen wie Schulen, Sportvereine und Bibliotheken zu konzentrieren.
Die SPD hat Bedenken wegen des mangelnden Einbezugs in den Umstrukturierungsprozess geäußert. Parteimitglieder werfen dem Ministerium vor, sie bei der Überarbeitung der Förderrichtlinien nicht ausreichend beteiligt zu haben. Schriftliche und mündliche Anfragen der SPD-Bundestagsfraktion seien vom Ministerium dem Vernehmen nach nur unvollständig oder ausweichend beantwortet worden.
Das Ministerium setzte seine Entscheidung durch, ohne die Ergebnisse einer noch laufenden Evaluation der bestehenden Projekte abzuwarten. Rund 200 laufende Initiativen, von denen einigen zuvor die weitere Förderung zugesichert worden war, droht nun das Aus der Finanzierung bis Dezember. Ein für den 12. Juni geplantes Treffen wurde zudem in die letzte Juniwoche verschoben, was die Diskussionen weiter verzögert.
Die SPD zeigte sich mit dem Vorgehen des Ministeriums äußerst unzufrieden. Die Partei vermutet, dass der Koalitionspartner sie bei der Ausgestaltung der neuen Richtlinien nicht mehr ernsthaft einbinden will.
Die Neugestaltung könnte den Schwerpunkt des Programms grundlegend verändern und viele bestehende Projekte ohne finanzielle Unterstützung zurücklassen. Die Kritik der SPD unterstreicht die Spannungen innerhalb der Koalition in Fragen von Transparenz und Zusammenarbeit. Die nächsten Schritte des Ministeriums werden die künftige Ausrichtung der Initiative „Lebendige Demokratie“ entscheiden.






