11 May 2026, 10:07

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Eine detaillierte Plakatillustration eines Krankenhauses in Deutschland, das Gebäude mit Fenstern, Türen und Balkonen zeigt, begleitet von Text, der seine Größe, Lage und Merkmale beschreibt.

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps – die größte Krise seit 31 Jahren

Das deutsche Pflegeversicherungssystem steht unter massivem Druck und durchlebt die schwerste Krise seit seiner Einführung vor 31 Jahren. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt, dass steigende Kosten und unbeglichene Schulden das System an den Rand des Zusammenbruchs treiben.

Die finanziellen Probleme sind tiefgreifend: Die Pflegekassen geben weit mehr aus, als sie einnehmen, während die Eigenanteile der Versicherten bereits an ihre Belastungsgrenze gestoßen sind. Warken prognostiziert ein kumuliertes Defizit von 22,5 Milliarden Euro allein für die Jahre 2027 und 2028.

Auch die Bundesregierung hat erhebliche Rechnungen offen gelassen. Rund 5 Milliarden Euro an COVID-19-bedingten Verbindlichkeiten sind noch nicht beglichen. Hinzu kommen 5 Milliarden Euro an ausstehenden Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige in diesem Jahr. Zusammen belaufen sich die ausstehenden Zahlungen an das Pflegeversicherungssystem auf etwa 10 Milliarden Euro.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Warken kritisiert zudem, dass die Bundesländer ihre Pflichten zur Übernahme von Investitionskosten in Pflegeheime nicht erfüllen. Würden sie dies tun, könnten Bewohner im Schnitt 500 Euro pro Monat an Eigenanteilen sparen. Die Ministerin räumt ein, dass die Pflegeversicherung nur einen Teil der Langzeitpflegekosten deckt – viele Betroffene bleiben auf hohen Zusatzkosten sitzen.

Als Reaktion will Warken noch bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorlegen. Ziel ist es, die finanzielle Stabilität des Systems zu sichern, ohne es für die Versicherten unerschwinglich zu machen. Die Reform soll die wachsende Finanzlücke schließen und die Belastung für Pflegebedürftige verringern. Ohne Kurskorrektur steht jedoch die grundlegende Versorgung auf dem Spiel. Warkens Entwurf wird entscheiden, ob die Langzeitpflege in Deutschland auch künftig tragfähig bleibt.

Quelle