07 June 2026, 06:04

Organspende-Reform: Soll Deutschland 2030 zur Widerspruchslösung wechseln?

Berliner haben bisher dieses Jahr mehr Organe gespendet

Organspende-Reform: Soll Deutschland 2030 zur Widerspruchslösung wechseln?

Eine Gruppe deutscher Abgeordnete fordert eine grundlegende Reform der Organspende-Regelungen. Bis 2030 soll ein Widerspruchslösungssystem eingeführt werden, bei dem alle Erwachsenen automatisch als Spender gelten – es sei denn, sie lehnen dies ausdrücklich ab. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Wartelisten trotz eines jüngsten Anstiegs der Spendenbereitschaft im Land weiterhin lang sind.

Aktuell gilt in Deutschland die Zustimmungslösung: Nur wer zu Lebzeiten ausdrücklich seine Bereitschaft erklärt hat, darf nach dem Tod als Organspender infrage kommen. Liegt keine dokumentierte Entscheidung vor, müssen die Angehörigen im Todesfall zustimmen. Im Jahr 2025 wurden auf dieser Grundlage 3.150 Transplantationen durchgeführt, doch über 8.200 Patientinnen und Patienten blieben auf der Warteliste.

Bundesweit zeichnet sich jedoch ein positiver Trend ab: Bis Ende Mai 2026 wurden 1.405 Organe gespendet – ein Anstieg um 12 Prozent im Vergleich zu den 1.253 Spenden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders deutlich war der Zuwachs in Berlin, wo Anfang 2026 bereits 73 Organe gespendet wurden, gegenüber nur 39 im gleichen Zeitraum 2025. Dennoch warten in der Hauptstadt weiterhin mehr als 400 Menschen auf ein Spenderorgan, und bis Mai 2026 konnten dort erst 140 Transplantationen durchgeführt werden.

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Das geplante Widerspruchsmodell würde die Grundeinstellung ändern: Statt sich aktiv als Spender registrieren zu müssen, würde jeder Erwachsene automatisch als spendebereit gelten, sofern er nicht ausdrücklich widerspricht. Befürworter argumentieren, dass dies den Organmangel verringern und mehr Leben retten könnte.

Sollte die Reform verabschiedet werden, stünde Deutschland 2030 vor einem grundlegenden Wandel des Organspendesystems. Ziel der neuen Regelungen ist es, die Zahl der Patientinnen und Patienten zu reduzieren, die auf lebensrettende Transplantationen warten. Zwar steigen die Spendenzahlen derzeit, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot nach wie vor bei Weitem.

Quelle