28 February 2026, 20:03

"Opferpopp 2.0": Ein Requiem für vergessene Lebensgeschichten im Thalia Theater Halle

Das 20. Jahrhundert Theater in Detroit, Michigan, ein Gebäude mit Glaswänden und Namensschildern, umgeben von Bäumen und Strommasten mit Drähten, unter einem bewölkten Himmel.

"Opferpopp 2.0": Ein Requiem für vergessene Lebensgeschichten im Thalia Theater Halle

Am 5. März 2026 eröffnet im Thalia Theater Halle die immersive Theaterinstallation Opferpopp 2.0 – Ein Requiem, ein "Denkmal für die Ausgelöschten". Das Projekt erinnert an vergessene Lebensgeschichten und schafft gleichzeitig einen Raum für junge Menschen in einer Stadt, in der öffentliche Jugendtreffs zunehmend verschwinden.

Die Installation ist Teil der Theaterreihe ERINNERN IST HEIMAT, die sich mit der Geschichte Halles, seinen Verpflichtungen und ungelösten Konflikten auseinandersetzt. Diese Ausgabe widmet sich der Originalbesetzung von Opferpopp (1984) von Rainald Goetz, das damals an den Münchner Kammerspielen aufgeführt wurde. Bis 2026 sind keine der damaligen Schauspieler:innen – darunter Eva Mattes, Sophie Rois und Michael Maertens – mehr künstlerisch oder öffentlich aktiv. Die Produktion ehrt zudem Alexander Kluth, ein Ensemblemitglied, das 2025 verstarb, indem der temporäre Veranstaltungsort den Namen "Klubhaus Kluth" trägt.

An zwölf Abenden bis zum 22. März verwandelt sich das nt-Schaufenster in einen begehbaren Raum zwischen Ausstellung, Club und Performance. Jeder Abend steht unter einem anderen Motto und setzt sich mit Klischees über "Problemkinder", Gewalt und Ausgrenzung auseinander. Regisseur Mirko Borscht und Videokünstler Hannes Hesse zeichnen die Lebenswege der ursprünglichen Darsteller:innen nach und fragen: Was wurde aus ihnen nach dem Stück?

Das Projekt knüpft an die Neuinszenierung von Opferpopp aus dem Jahr 2007 an, in der junge Laien ihre Erfahrungen mit Vernachlässigung teilten. Diesmal rückt das intergenerationelle Gedächtnis und die Abwesenheit der einstigen Protagonist:innen in den Fokus. Ausdrücklich eingeladen sind Jugendliche ab 14 Jahren – die Installation versteht sich als Begegnungsort und Gegenentwurf zum Schwund öffentlicher Räume für junge Menschen.

Vom 5. bis 22. März verbindet die Installation Performance, Diskussion und Reflexion. Sie spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, insbesondere zur mangelnden Repräsentation junger Stimmen. Die Widmung an Alexander Kluth und die Spurensuche nach verschwundenen Biografien unterstreichen ihren Charakter als Mahnmal und Aufruf zum Erinnern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones