Ocean Race Europe startet in Kiel – ein Team kämpft um den letzten Platz an der Startlinie
Elias HofmannOcean Race Europe startet in Kiel – ein Team kämpft um den letzten Platz an der Startlinie
Die zweite Auflage des Ocean Race Europe hat offiziell in Kiel begonnen – mit sechs Yachten, die bereits im Hafen liegen. Ein siebtes Boot, die Allagrande Mapei, kämpft sich nach einem dramatischen Rückschlag auf See noch zur Startlinie durch. Unter den Crews sticht Rosalin Kuiper hervor: Sie ist die einzige Skipperin in diesem Jahr – auch wenn sie betont, dass ihre Rolle eigentlich nichts Besonderes sein sollte.
Das Rennen führt die Teams über fünf anspruchsvolle Etappen von Kiel bis zur Boka-Bucht in Montenegro. Mit weniger als vier Tagen bis zum Start des Hochgeschwindigkeits-Wettkampfs laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Doch ein Team steht unter Zeitdruck: Ambrogio Beccarias Allagrande Mapei erlitt während einer Regatta einen Mastbruch und muss nun in einer Notaktion repariert werden, bevor es zur Flotte stoßen kann.
Unter den Teilnehmern geht Team Kanada als Außenseiter an den Start, während Paprec Arkéa zu den Favoriten zählt. Die britische Seglerin Pip Hare, bekannt dafür, einen Mastbruch während des Vendée Globe überstanden zu haben, segelt nun erstmals im Team für Kanada. Ihre Erfahrung aus dem Einhand-Segeln bringt eine neue Dynamik in die Crew.
In Kiel nutzte Kuiper die Bühne, um sich an das Publikum zu wenden – die Stadt nennt sie ihre "Segel-Heimat". Auf die Frage, wie es sich anfühle, die einzige Skipperin zu sein, wies sie den Gedanken zurück, etwas "Besonderes" zu sein, und forderte stattdessen mehr weibliche Repräsentation im Sport. Ihre Teilnahme zeigt Fortschritt – aber auch die anhaltende Lücke bei der Geschlechtergerechtigkeit im Hochseesport.
Bald wird das Rennen die Teams über tausende Seemeilen auf die Probe stellen, während die Allagrande Mapei gegen die Zeit kämpft, um überhaupt noch rechtzeitig starten zu können. Kuipers Teilnahme und Hares Debüt im Mannschaftsrennsport bringen frische Geschichten in diese Auflage des Events. Der Ausgang hängt von Können, Strategie ab – und für eine Crew von einem verzweifelten Wettlauf gegen die Uhr, bevor die erste Etappe überhaupt beginnt.
