Notfalltraining für Sechstklässler: Baden-Württembergs Schulen bereiten Jugendliche auf Krisen vor
Nina WalterDosenwaren und Dosengut - Schüler trainieren für Notfälle - Notfalltraining für Sechstklässler: Baden-Württembergs Schulen bereiten Jugendliche auf Krisen vor
Schulen in Baden-Württemberg unterrichten Sechstklässler nun im Umgang mit Notfällen – als Teil eines jährlichen Pflichtprogramms. Die Initiative folgt auf jüngste Katastrophen, darunter die Flut 2024 und ein Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Jahr 2025. Am Georg-Büchner-Gymnasium in Winnenden nehmen Schülerinnen und Schüler an einem Pilotprojekt des Malteser Hilfsdienstes teil, um praktische Fähigkeiten für Krisensituationen zu erlernen.
Das Projekt wird von Lehrer Florian Hambach geleitet, der selbst ehrenamtlich bei den Maltesern in der Katastrophenhilfe aktiv ist. Seine Schüler besprechen wichtige Notfallausrüstungen, etwa Notfallrucksäcke mit Taschenlampen, Batterien und wichtigen Dokumenten. Zudem lernen sie, lang haltbare Lebensmittel wie Konserven, Instant-Suppen und sogar Kartenspiele für Stromausfälle bereitzuhalten.
Viele der Jugendlichen haben die Flut 2024 selbst miterlebt. Diese direkte Erfahrung hat sie noch entschlossener gemacht, sich auf künftige Notfälle vorzubereiten. Hambach ist überzeugt, dass regelmäßige Unterrichtseinheiten über das ganze Jahr hinweg – und nicht nur eine einmalige Aktion – den Lernerfolg sichern. Der Vorstoß für Notfallbildung an Schulen passt zu den übergeordneten Plänen der Bundesregierung: Bereits 2023 hatte die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser eine verstärkte Krisenvorsorge im Rahmen der zivilen Verteidigung gefordert. Ihr Nachfolger Alexander Dobrindt hat diese Forderung aufgegriffen und Schulen aufgefordert, junge Menschen im Umgang mit Notlagen zu schulen.
Das Pilotprojekt am Georg-Büchner-Gymnasium steht für den wachsenden Fokus auf Zivilschutz in Deutschland. Die Schüler wissen nun, was in einen Notfallkoffer gehört und wie sie Vorräte richtig lagern. Ziel des Programms ist es, dass künftige Generationen besser auf unerwartete Krisen vorbereitet sind.
