27 April 2026, 12:09

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Schulen

Ein steinernes Denkmal mit einer Uhr darauf, das mit Text beschriftet ist, steht in einem Park umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren Himmel und erinnert an den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Schulen

Ein neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer. Im März bei Reclam Verlag erschienen, wurde Laura Cwiertnias "Auf der Straße haben wir andere Namen" als Pflichtlektüre für Schülerinnen und Schüler ausgewählt. Das Buch behandelt schwierige Themen wie Völkermord, Überleben und Diskriminierung – Fragen, die mehr als ein Jahrhundert später noch immer aktuell sind.

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal. Zwischen 1915 und 1923 wurden im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Armenier systematisch ermordet. Deutschland, damals Verbündeter der osmanischen Regierung, war an den Gräueltaten mitschuldig.

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Trotz der historischen Bedeutung wird der Völkermord im Schulunterricht oft ausgeklammert. Lehrkräfte nennen überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und fehlende geeignete Materialien als Gründe für die Auslassung. Doch bereits 2016 beschloss der Deutsche Bundestag eine Resolution, die fordert, den Völkermord in die Lehrpläne aufzunehmen.

Die Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin Swantje Ehlers betont, wie Literatur diese Lücke schließen kann. Cwiertnias Roman biete Schülerinnen und Schülern einen emotionalen Zugang zum Thema, argumentiert sie. Indem das Buch Gewalt, Vertreibung und Identität thematisiert, verbindet es historische Ereignisse mit heutigen Problemen wie Migration und Diskriminierung.

Die Aufnahme von "Auf der Straße haben wir andere Namen" in die Schullektüre eröffnet eine neue Möglichkeit, über den Völkermord an den Armeniern zu unterrichten. Mit der weiterhin gültigen Bundestagsresolution steht Lehrkräften nun ein Werk zur Verfügung, das den offiziellen Anforderungen entspricht. Die Themen des Romans sorgen dafür, dass sich die Jugendlichen nicht nur mit der Geschichte auseinandersetzen, sondern auch mit ihren bis heute nachwirkenden menschlichen Folgen.

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