Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster
Elias HofmannNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster
Carsten Günther hat offiziell das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen. Seine Ernennung beendet eine vierjährige Phase ohne dauerhafte Führung an einem der wichtigsten Landesgerichte Deutschlands. Die feierliche Amtseinführung leitete Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach bei einer offiziellen Veranstaltung letzte Woche.
Günthers Weg an die Spitze des Gerichts begann im Jahr 2000, als er seine richterliche Laufbahn am Verwaltungsgericht Köln startete. Im Laufe der Jahre sammelte er Erfahrungen durch Abordnungen ins Bundesjustizministerium, die Staatskanzlei NRW und das NRW-Justizministerium. Von 2007 bis 2010 wirkte er als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster, bevor er als Vorsitzender Richter ans Verwaltungsgericht Düsseldorf wechselte.
2015 wurde er an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig berufen. Seine Rückkehr nach Münster erfolgt nun nach langer Verzögerung, die durch einen erbitterten Streit zwischen mehreren Gerichten und eine parlamentarische Anfrage verursacht wurde. Die vakante Position hatte das Gericht unter der gemeinsamen Leitung zweier Vizepräsidenten zurückgelassen, die unter anderem den Rechtsstreit um die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz bearbeiteten.
Günther hatte die Leitung des Gerichts bereits im vergangenen Sommer kommissarisch übernommen, nachdem Ricarda Brandts 2021 in den Ruhestand gegangen war. Seine endgültige Ernennung erfolgte nach einem langwierigen Auswahlverfahren.
Das Gericht hat nun nach Jahren der Unsicherheit wieder einen festen Präsidenten. Günther bringt durch seine vielfältigen Erfahrungen in verschiedenen richterlichen Funktionen Stabilität in die Institution. Seine offizielle Amtseinführung markiert das Ende einer Übergangsphase, in der wichtige Verfahren ohne eine einheitliche Gerichtsspitze bewältigt werden mussten.
