Neue MOTRA-Studie enthüllt: 5,4 Prozent der Deutschen vertreten rechtsextreme Ansichten
Lara BraunNeue MOTRA-Studie enthüllt: 5,4 Prozent der Deutschen vertreten rechtsextreme Ansichten
Eine neue Studie zur Radikalisierung in Deutschland wurde vom Forschungsverbund MOTRA veröffentlicht, der seit 2019 extremistische Strömungen untersucht. Der aktuelle Bericht MOTRA-Monitor 2024/25 ist mit fast 600 Seiten der bisher umfassendste. Das vom Bundeskriminalamt (BKA) geleitete und von der Bundesregierung finanzierte Projekt warnt vor einer wachsenden antidemokratischen Prägung der öffentlichen Debatte.
Die Studie zeigt eine besorgniserregende Spaltung im Medienkonsum der Deutschen auf. Sie analysiert die Rolle "alternativer Nachrichtenquellen" – darunter Compact, Junge Freiheit, Tichys Einblick, Junge Welt und Al Jazeera – bei der Verbreitung radikaler Ansichten. Die Forscher:innen fanden heraus, dass zwar viele kontroverse, aber legal vertretbare Meinungen vertreten werden, diese jedoch oft von einer lauteren, antidemokratischen Minderheit übertönt werden.
An der Untersuchung wirkten über 50 Wissenschaftler:innen und neun Redakteur:innen mit, die 22 Fachartikel beisteuerten. Ein zentrales Ergebnis: 5,4 Prozent der Deutschen vertreten im Jahr 2025 ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild". Die Autor:innen betonen, dass extremistische Rhetorik legitime, wenn auch polarisierende politische Diskussionen überlagert.
Der aus neun Forschungseinrichtungen bestehende Verbund analysiert seit fünf Jahren Radikalisierungsmuster. Die aktuelle Studie unterstreicht, wie Printmedien und Nischenplattformen die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben. Der Bericht fordert eine stärkere Auseinandersetzung damit, wie diese Medien Randideologien verstärken.
Der MOTRA-Monitor 2024/25 bietet einen umfassenden Einblick in die sich wandelnde Medienlandschaft Deutschlands und deren Verbindung zu Extremismus. Mit 5,4 Prozent der Bevölkerung, die rechtsextreme Überzeugungen teilen, zeigen die Ergebnisse eine wachsende Herausforderung für den demokratischen Diskurs. Die von der Bundesregierung unterstützte Studie plädiert für eine engere Beobachtung, wie alternative Medien die öffentliche Meinung prägen.






