27 January 2026, 04:11

Nel ASA kämpft um Überleben: Warum die Wasserstoff-Aktie im freien Fall ist

Eine Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasser, Heißwasser, Heizung, Biomasse, Solar, Geothermie und Biokraftstoffe, mit begleitendem Text, der weitere Dateninformationen bereitstellt.

Nel ASA kämpft um Überleben: Warum die Wasserstoff-Aktie im freien Fall ist

Weltweiter Rekord bei sauberer Energie – doch Wasserstoff hinkt hinterher

2025 verzeichnete die globale Energiewende einen Rekord: Die Investitionen stiegen auf 2,3 Billionen US-Dollar. Doch der Wasserstoffsektor kommt nicht mit. Trotz ehrgeiziger Langfristpläne blieben die Mittel für saubere Wasserstoffprojekte mit nur 7,3 Milliarden Dollar – weniger als 1 % der gesamten Ausgaben für die Energiewende – bescheiden.

Eines der Unternehmen, das unter dieser Entwicklung leidet, ist Nel ASA, ein führender Akteur im Bereich grünen Wasserstoffs. Der Aktienkurs des norwegischen Konzerns stürzte innerhalb von zwei Jahren ab: Von über 5,00 norwegischen Kronen (NOK) Mitte 2024 auf etwa 2,28 NOK im Januar 2026.

Schwache Nachfrage, hohe Kosten: Der Wasserstoffmarkt wackelt Das Jahr 2026 begann für die Branche mit Unsicherheit. Hohe Produktionskosten und zögerlicher Infrastrukturausbau bremsen das Wachstum. Grüner Wasserstoff, einst als vielversprechende Alternative gefeiert, sieht sich nun mit nach oben korrigierten Kostenprognosen konfrontiert – was das Vertrauen der Investoren erschüttert.

Die finanziellen Probleme von Nel ASA spiegeln diese branchenweiten Herausforderungen wider. Im dritten Quartal 2025 sanken die Vertragseinnahmen des Unternehmens um 17 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analysten reagierten mit Skepsis und stufen die Aktie mehrheitlich als "Verkaufen" ein. Auch Narvik Hydrogen AS, ein weiterer norwegischer Wasserstoffproduzent, verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren deutliche Verluste.

Hamburg-Erklärung: Licht am Horizont? Trotz der aktuellen Flaute geben langfristige Zusagen Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Ende 2025 unterzeichneten neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, die Hamburger Erklärung. Das Abkommen zielt auf bis zu 100 Gigawatt Offshore-Windkapazität bis 2050 ab – speziell, um die großindustrielle Produktion von grünem Wasserstoff zu fördern. Solche Initiativen sollen die regionale Energieinfrastruktur stärken. Doch zwischen Anspruch und tatsächlichen Investitionen klafft noch eine große Lücke.

Zwischen Hoffnung und Ernüchterung Unternehmen wie Nel ASA stehen vor einem Dilemma: Regierungszusagen deuten auf künftiges Wachstum hin, doch konkrete Finanzmittel und Nachfrage bleiben aus. Solange die Kosten nicht sinken und die Infrastruktur nicht vorankommt, wird sich die Erholung des Wasserstoffmarkts voraussichtlich weiter verzögern.

Die Zukunft der Branche bleibt ungewiss. Zwar setzen Abkommen wie die Hamburger Erklärung ambitionierte Ziele, doch die aktuellen Marktbedingungen – hohe Kosten, schwache Nachfrage, unzureichende Infrastruktur – belasten Unternehmen wie Nel ASA weiterhin. Ohne einen deutlichen Schub bei Investitionen oder politischer Unterstützung bleibt die kurzfristige Perspektive verhalten.

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