27 March 2026, 10:05

Nahost-Krise treibt Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, in vier Abschnitte unterteilt mit prozentualer Aufschlüsselung.

Nahost-Krise treibt Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau

Spritpreise in Deutschland erreichen Rekordhöhen – Nahost-Konflikt belastet globale Ölversorgung

Die Spritpreise in Deutschland haben aufgrund des Nahost-Konflikts, der die weltweiten Öllieferungen beeinträchtigt, neue Höchststände erreicht. Noch vor Beginn des Krieges Anfang 2026 zahlten Autofahrer im Schnitt etwa 1,69 Euro pro Liter für Benzin und 1,63 Euro für Diesel. Mittlerweile sind die Preise deutlich gestiegen: Benzin kostet nun zwischen 1,74 und 1,83 Euro, während Diesel in einigen Regionen auf 1,70 bis 1,95 Euro oder mehr geklettert ist.

Der starke Anstieg folgt auf die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl. Zwar sind die Preise weltweit gestiegen, doch in Deutschland fallen die Erhöhungen steiler aus als in jedem anderen EU-Land. Experten führen dies auf die hohen Steuern und CO₂-Abgaben zurück, die etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte der Dieselkosten ausmachen. Das von Lars Klingbeil geführte Finanzministerium betont jedoch, dass der Staat von der Preisspirale nicht profitiere, da der Großteil der Kosten auf den internationalen Produktmärkten und nicht allein durch den Rohölpreis entsteht.

Mehr als 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten werden von Unternehmen kontrolliert, die über kein eigenes Tankstellennetz verfügen – ein weiterer Faktor, der die Preisfindung verkompliziert. Der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. hat kürzlich einen "Realitätscheck" veröffentlicht, um nach eigenen Angaben "Fehlvorstellungen" über die Preisbildung zu widerlegen.

Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnte, dass es bis Ende April zu Treibstoffengpässen kommen könnte, sollte sich der Konflikt weiter zuspitzen. Die Bundesregierung leitet nun erste Maßnahmen ein, um die Belastung für Autofahrer zu verringern – konkrete Details stehen jedoch noch aus. Auch andere Länder verzeichnen ähnliche Preissprünge, wenn auch ihre Preissysteme sich von dem in Deutschland unterscheiden.

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Die Auswirkungen des Konflikts auf die Ölrouten haben die Spritkosten in Deutschland auf ein beispielloses Niveau getrieben. Da Steuern und Abgaben eine zentrale Rolle spielen, zahlen Autofahrer hierzulande einige der höchsten Preise Europas. Die Behörden beobachten die Lage genau, doch eine kurzfristige Entlastung ist vorerst nicht in Sicht.

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