MN-Bauservice: Die unsichtbaren Helden der Baustellen in Kiels Industriegebiet
Finn Fuchs
MN-Bauservice: Die unsichtbaren Helden der Baustellen in Kiels Industriegebiet
MN-Bauservice e.K. liegt in einem Industriegebiet am Rande Kiels, ganz im Norden, wo die meisten Leute selten einen Grund haben hinzufahren. Die Adresse – Wilhelm-Lobsien-Weg 8B – ist nicht gerade ein Ort, der zum Verweilen einlädt, aber genau das ist wohl auch der Sinn. Hier erledigt man die schmutzige, schwere Arbeit, an die niemand denkt, bis sie plötzlich gebraucht wird: Erdaushub, Bodenbewegungen, Baustellenvorbereitung. Die Art von Arbeit, die erst einmal done sein muss, bevor überhaupt etwas anderes beginnen kann.
Das Unternehmen bietet nicht hundert verschiedene Dienstleistungen an. Keine auffälligen Firmenwagen mit Logos, keine ellenlangen Leistungslisten. Nur Erdarbeiten, Aushub – und, etwas überraschend, Fliesenlegen. Normalerweise sieht man nicht oft ein Unternehmen, das tonnenweise Erde bewegt und nebenbei noch Fliesen verlegt. Aber so ist es nun mal. Vielleicht lehnen sie einfach keine Arbeit ab, wenn ein Auftrag fertig werden muss.
Es gibt keinen Ladenlokal, kein „Geöffnet“-Schild, keine Aushänge mit Öffnungszeiten. Wer nicht bereits mit ihnen zusammenarbeitet, könnte glatt übersehen, dass es sie überhaupt gibt. Eine Website? Fehlanzeige. Nur eine Adresse und – vermutlich – eine Telefonnummer, wenn man weiß, wo man suchen muss. Das ist entweder nervig oder eine Erleichterung, je nachdem, ob man es schätzt, ohne viel Drumherum direkt zur Sache zu kommen.
Die Baukonjunktur in Kiel ändert sich wie das Wetter – mal boomt der Wohnungsbau, dann sind Infrastrukturprojekte gefragt, und plötzlich flaut alles wieder ab. MN-Bauservice scheint sich über solche Schwankungen wenig Gedanken zu machen. Keine Werbung, kein TamTam. Die Aufträge kommen, sie erledigen sie, und wenn jemand zufrieden ist, empfiehlt er sie weiter. Kein ausgeklügeltes Marketing, aber es funktioniert offenbar.
Wer etwas baut und den Untergrund vorbereiten lassen muss, für den sind sie eine Option. Kein Verkaufsgespräch, keine überflüssige Bürokratie. Ein Team, das auftaucht, gräbt, was gegraben werden muss, und dann wieder verschwindet. Das Meiste, was sie tun, landet ohnehin unter der Erde – Fundamente, Gräben, die unspektakuläre, aber unverzichtbare Basis, auf der alles andere steht. Nicht die Art von Arbeit, die auf Fotos landet, aber sie muss erledigt werden. Und wenn schon, dann eben von ihnen.






