Mittelstand in der Krise: Umsätze sinken, Erbschaftssteuer belastet Familienbetriebe
Lara BraunMittelstand in der Krise: Umsätze sinken, Erbschaftssteuer belastet Familienbetriebe
Deutschlands Mittelstand, das Rückgrat der heimischen Wirtschaft, kämpft mit sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten. Neue Zahlen vom Dezember 2025 zeigen einen Rückgang der Erlöse um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – bei kleineren Betrieben fallen die Einbußen noch deutlicher aus. Gleichzeitig belasten ungelöste Reformen bei der Erbschaftssteuer die familiengeführten Unternehmen zusätzlich.
Der aktuelle Mittelstandsindex zeichnet ein düsteres Bild für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Besonders hart trifft es Mikrobetriebe und Kleinstunternehmen: Ihre Umsätze lagen im Schnitt 4,8 Prozent unter dem Niveau von 2024. Gleichzeitig stiegen Löhne und Gehälter um 3,8 Prozent, was die Gewinnmargen weiter schmälert.
Die Unsicherheit bei den Erbschaftssteuer-Regelungen erschwert vielen Familienbetrieben die Nachfolgeplanung. Wirtschaftsvertreter warnen, dass ohne klare Vorgaben künftige Eigentümerwechsel ins Stocken geraten könnten – mit Risiken für die Stabilität der Unternehmen. Als Reaktion hat die Regierung mehrere Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, darunter geringere Gasspeicherumlagen, gesenkte Stromsteuern für Handwerksbetriebe und höhere Pendlerpauschalen. Auch Verwaltungsprozesse wurden vereinfacht: Digitalisierte Meldeverfahren und weniger Berichtspflichten im Rahmen der Nachhaltigkeitsgesetze sollen Bürokratie abbauen. Doch Wirtschaftsverbände kritisieren, dass die Schritte nicht ausreichen. Sie verweisen auf anhaltende Hürden wie übermäßige Bürokratie, hohe Energiekosten und eine schwache Nachfrage.
Die kommenden Monate werden für die Erholung des Mittelstands entscheidend sein. Die Politik steht unter Druck, stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovation und Wachstum fördern. Ohne klarere Vorgaben bleibt die Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Sektors gefährdet.
