"Mein Star" in Kiel: Der Friseur, der auf Perfektion im Einfachen setzt
Finn Fuchs
"Mein Star" in Kiel: Der Friseur, der auf Perfektion im Einfachen setzt
Mein Star liegt an der Schönberger Straße in Kiel-Süd – und hat sich zu einem dieser Orte entwickelt, an die Leute tatsächlich zurückkehren. Nicht, weil es besonders schick wäre, sondern weil es unkompliziert ist. Keine Terminzwänge, es sei denn, man möchte einen, keine aufdringlichen Produktempfehlungen, keine 20-minütige Beratung über die eigene „Haarreise“. Man kommt rein, sagt, was man möchte, und geht mit einem anständigen Schnitt wieder raus. Und wenn man sieht, wie viele Stammkunden dort ein und aus gehen, scheint das Konzept aufzugehen.
Schon die Öffnungszeiten machen den Laden zu einer echten Empfehlung: von 11:30 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, und das an den meisten Tagen – ja, sogar sonntags. Wer schon mal versucht hat, sich in Kiel nach 18 Uhr die Haare schneiden zu lassen, weiß, dass das alles andere als selbstverständlich ist. An Wochenenden kann es zwar voller werden, aber wer keine Lust auf Wartezeiten hat, kommt einfach früher.
Drinnen ist es genau das, was man erwartet: ein paar Stühle, gutes Licht, nichts Überflüssiges. Die Friseure verlieren keine Zeit mit Smalltalk, wirken aber auch nicht unfreundlich. Es ist einer dieser Orte, an denen man schnell bedient wird, ohne sich hetzen zu lassen. Preise sind nicht ausgehängt, aber den Erzählungen nach sind sie fair – nichts, das einen dazu bringt, sich zu fragen, ob man sich nicht einfach einen Haarschneider kaufen und selbst Hand anlegen sollte.
Die Bewertungen sind sich in einem Punkt einig: Man bekommt, was man bestellt. Ein Stufenschnitt? Sauber. Ein Barttrimmen? Akkurat. Niemand schwärmt von künstlerischen Meisterleistungen, aber auch niemand beschwert sich über missglückte Ergebnisse. Wer Balayage oder aufwendige Undercut-Designs sucht, ist hier falsch. Der Laden hält sich an die Basics – und genau das schätzen die Kunden.
Zu finden ist Mein Star unter der Nummer 30, gleich abseits des Mettenhofer Wegs. Parken auf der Schönberger Straße kann manchmal nerven, aber meist findet man in der Nähe einen Platz. Termine sind möglich, doch die Hälfte der Kunden scheint einfach spontan vorbeizukommen.
Mein Star gibt sich nicht als mehr, als es ist: ein Friseurladen – und das ist auch gut so. In einer Stadt, in der manche Salons wie Wellness-Tempel oder Modeateliers auftreten, ist es eine angenehme Abwechslung, einen Ort zu haben, der einfach Haare schneidet, das gut macht und kein großes Theater daraus veranstaltet.
