Lübecks Kampf um den Elbe-Lübeck-Kanal: Sanierung soll Logistikkrise beenden
Lara BraunLübecks Kampf um den Elbe-Lübeck-Kanal: Sanierung soll Logistikkrise beenden
Lübeck drängt auf bessere Instandhaltung des Elbe-Lübeck-Kanals, um seine Bedeutung für den Güterverkehr zu stärken
Seit der Schließung der Schleuse Donnerschleuse im Jahr 2023 ist die Nutzung des Elbe-Lübeck-Kanals drastisch eingebrochen – mit negativen Folgen für Logistikkosten und regionale Industriezweige. Die Hansestadt Lübeck fordert nun kurzfristige Sanierungsmaßnahmen, um den Betrieb zu stabilisieren, während gleichzeitig langfristige Modernisierungspläne vorangetrieben werden.
Der Frachtverkehr auf dem Elbe-Lübeck-Kanal ist seit 2023 zusammengebrochen. Bis Mitte 2025 halbierte sich das Transportvolumen nach der Stilllegung der Donnerschleuse, sodass Güter auf längere Land- oder Seerouten ausweichen mussten. Die Umwege trieben die Transportkosten in Norddeutschland um 20 bis 30 Prozent in die Höhe und belasteten besonders Branchen wie Automobilbau und Chemieindustrie.
Laut der Lübecker Hafenverwaltung würde eine vollständige Sanierung des Kanals 20 bis 30 Jahre dauern und bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten. Stattdessen setzt die Stadt auf Sofortmaßnahmen, um bestehende Schleusen zu modernisieren und die Zuverlässigkeit zu verbessern. Eine Studie des Fraunhofer-Zentrums für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) zeigt zudem, dass der Kanal langfristig autonomes Fahren ermöglichen könnte – was die Effizienz weiter steigern würde.
Der Hafen betrachtet den Kanal als entscheidende Verbindung zu Europas Binnenwasserstraßen, die bei Massengütern wie Getreide, Schrott und Kies Wettbewerbsvorteile bietet. Um mehr Fracht von der Straße aufs Wasser zu verlagern, wirbt Lübeck für Fördermittel zum Bau klimafreundlicher Schiffe, die auf die Kanalmaße zugeschnitten sind. Eine bessere Instandhaltung, so die Argumentation, würde zudem die überlasteten Straßen und Schienen entlasten.
Ohne zuverlässigen Kanalbetrieb bleiben die Logistikkosten in Lübeck hoch, und Lieferketten stehen weiter unter Druck. Mit den geforderten Übergangslösungen will die Stadt zumindest teilweise Kapazitäten wiederherstellen, während parallel eine langfristige, ehrgeizige Modernisierung geplant wird. Gelingen die Maßnahmen, könnten sie Emissionen senken, Transportkosten reduzieren und die Güterverkehrsanbindung der Region stärken.
