Lindenau Maritim-Park: Kiels vergessene Werft zwischen Rost und Neuanfang
Finn Fuchs
Lindenau Maritim-Park: Kiels vergessene Werft zwischen Rost und Neuanfang
Die alte Lindenau-Werft, am nördlichen Rand Kiels, wo einst Schiffe gebaut wurden, verwandelt sich langsam in etwas Neues. Heute als Lindenau Maritim-Park bekannt, verbindet der Ort Reste des alten Industriegeländes mit neuen Büros und Kulturflächen – auch wenn noch nicht ganz klar ist, was hier am Ende entstehen soll.
Die Werftvergangenheit ist hier allgegenwärtig. Rostige Gerüste der alten Docks stehen noch an manchen Stellen, und gleich hinter dem Gelände breitet sich der Kieler Fjord aus, weit und blau. Die Entwickler haben etwas von diesem maritimen Flair bewahrt: Es gibt einen Badesteg – etwas, das man in den meisten Gewerbegebieten nicht findet –, und es ist von einem Yachthafen die Rede, der vielleicht mehr Besucher in diesen ruhigeren Stadtteil locken könnte. Doch fürs Erste wirkt alles noch halbfertig. Einige Gebäude sind vermietet, andere stehen leer oder werden noch umgebaut.
Bisher dominieren vor allem Büros und Gewerbeflächen das Bild – nichts Aufwendiges, einfach zweckmäßig. Der Stil ist eher roh als glatt poliert, was nicht jedem gefallen mag, aber zum Charakter des Viertels passt. An klaren Tagen bietet sich ein schöner Blick über den Fjord bis hin zur Ostsee, doch der Park selbst hat nicht dieselbe Lebendigkeit wie Wik oder Gaarden.
Wer den Ort besuchen möchte, sollte keine ausführlichen öffentlichen Informationen erwarten. Es gibt keine Website, keine festen Öffnungszeiten – hier entsteht kein Einkaufszentrum und kein Touristenmagnet, sondern ein gewerbliches Projekt, das noch nach seiner Bestimmung sucht. Wer mehr wissen will, muss die Entwickler wohl direkt kontaktieren.
Ob aus diesem Fleckchen ein belebtes Hafenareal oder eine ruhige Industrieecke wird, steht in den Sternen. Doch wie auch immer es kommt: In den nächsten Jahren wird es das Gesicht dieses Teils von Kiel verändern.






