07 April 2026, 12:06

Laternenumzüge und Ostseefischerei sind jetzt offizielles Kulturerbe Deutschlands

Schwarze und weiße Anzeige für Ludwig Krumm Lederpflegewerke, die ein Gebäude mit Text darauf zeigen, das sich in Offenbach, Deutschland befindet.

Laternenumzüge und Ostseefischerei sind jetzt offizielles Kulturerbe Deutschlands

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die neuesten Auswahlentscheidungen bekannt. Dazu zählen unter anderem die Ostseefischerei, die Laternenumzüge zu St. Martin und das handwerkliche Herrenschneiderhandwerk.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Kommission leiteten die Entscheidungen. Einige bekannte Bräuche wurden diesmal jedoch nicht berücksichtigt.

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Die neu anerkannten Traditionen umfassen eine Mischung aus regionalen und handwerklichen Praktiken. Die Ostseefischerei, das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz und die Laternenumzüge im Rheinland zu St. Martin genießen nun offiziellen Kultstatus. Auch die Schaustellerkultur auf Volksfesten und das präzise Handwerk des Herrenschneiders wurden in die Liste aufgenommen.

Weimer vertritt eine klare Haltung dazu, was staatliche Anerkennung als Kulturerbe verdient. Erst kürzlich strich er ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds. Sein Ansatz erstreckt sich auch auf andere kulturelle Symbole.

Bemerkenswerte Auslassungen der aktuellen Liste sind etwa der Döner Kebab und unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen. Selbst die SPD-Festbratwurst vom Sommerfest schaffte es nicht unter die neuen Schätze.

Die Auswahl spiegelt den Fokus auf langjährige Bräuche und traditionelle Handwerkskünste wider. Doch die Ausgrenzungen zeigen, wie bestimmte moderne oder politisch konnotierte Praktiken um offizielle Anerkennung ringen.

Die aktualisierte Liste umfasst nun 160 immaterielle Kulturgüter in ganz Deutschland. Die anerkannten Traditionen reichen von regionalen Feiern bis hin zu spezialisierten Handwerken. Künftige Entscheidungen werden voraussichtlich ähnlich kritisch geprüft werden, was Schutz und staatliche Förderung verdient.

Quelle