Krankenkassen droht Milliardenloch – Bundestag debattiert dringende Reformen
Elias HofmannKrankenkassen droht Milliardenloch – Bundestag debattiert dringende Reformen
Das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem steht vor einer weit größeren Finanzierungslücke als prognostiziert. Erste Schätzungen gingen von einem Ausgabenanstieg um 6,5 Prozent für das laufende Jahr aus. Doch allein in den ersten drei Monaten 2023 stiegen die Kosten für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser um 7,8 Prozent.
Die Deckungslücke ist damit um 3,5 Milliarden Euro höher als erwartet. Über mögliche Reformen wird der Bundestag bereits an diesem Freitag beraten. Die volle finanzielle Belastung wird 2025 spürbar. Doch bereits jetzt deuten Prognosen auf wachsende Defizite in den kommenden Jahren hin. Bis 2027 könnte dem System ein Fehlbetrag von 2,5 Milliarden Euro drohen.
Danach weitet sich die Lücke weiter aus. Die Schätzungen gehen von einem Defizit in Höhe von 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2028 aus, gefolgt von 4,4 Milliarden Euro 2029. Bis 2030 könnte sich das Finanzloch auf etwa 5,8 Milliarden Euro summieren.
Mit den geplanten Reformen will die Regierung die eskalierende Krise bewältigen. Die erste Lesung der Maßnahmen steht in der Freitagssitzung des Parlaments an. Die finanziellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung werden sich im nächsten Jahrzehnt weiter verschärfen. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Defizite ab 2027 kontinuierlich steigen. Die anstehende Bundestagsdebatte markiert den ersten Schritt zur Bewältigung der wachsenden Finanzierungsengpässe.







