06 January 2026, 18:17

„Kirche von unten“ fordert mit 14 Thesen mehr Mitsprache in sächsischer Landeskirche

Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes zu sehen.

Reformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - „Kirche von unten“ fordert mit 14 Thesen mehr Mitsprache in sächsischer Landeskirche

Grassroots-Bewegung „Kirche von unten“ stellt sich gegen Zentralisierung in sächsischer Landeskirche

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Die Basisbewegung Kirche von unten hat mit einer mutigen Aktion gegen die zunehmende Zentralisierung in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens protestiert. An Epiphanias, dem Fest der Erscheinung des Herrn, brachten Aktivist:innen 14 Thesen an Kirchentüren in Dresden an – eine bewusste Anspielung auf Martin Luthers historischen Thesenanschlag von 1517. Ihre Botschaft fordert mehr lokale Mitbestimmung über Gemeindestrukturen und Entscheidungen.

Der Protest fand am 6. Januar statt, ein Datum mit symbolträchtiger Bedeutung. Epiphanias feiert die Offenbarung Gottes, und die Gruppe verband dieses Thema mit ihrer Vision einer Kirche, die auf Vertrauen, Gemeinschaft und Nähe zu ihren Mitgliedern aufgebaut ist. In ihren Thesen warnen sie vor überstürzten Strukturreformen im Rahmen der Initiative Kirche im Wandel, die die Institution angesichts schrumpfender Ressourcen und gesellschaftlicher Veränderungen modernisieren soll.

Die Bewegung argumentiert, dass Gemeinden selbst über ihre Größe und Zusammenarbeit entscheiden sollten – geleitet vom Subsidiaritätsprinzip. Sie lehnen eine zentralistische Steuerung ab und bestehen darauf, dass das kirchliche Leben vor Ort von den Ortsgemeinden und nicht von übergeordneten Stellen gestaltet werden sollte. Ihre Position hat Aufmerksamkeit erregt, auch bei Landesbischof Tobias Bilz. Dieser hatte bereits Mitte November 2025 Offenheit für Kritik signalisiert und Kirche von unten für ihr Engagement gelobt. Nach dem Thesenanschlag bekräftigte er erneut seine Bereitschaft, die Vorschläge zu prüfen, und äußerte Interesse daran, welche Ideen in den Reformprozess einfließen könnten.

Der Protest hat die Debatte über die Zukunft der sächsischen Landeskirche neu entfacht. Während Kirche im Wandel das langfristige Überleben der Institution sichern will, warnen Kritiker:innen, dass der Ansatz die lokalen Gemeinden schwächen könnte. Die Reaktion des Bischofs deutet darauf hin, dass einige Impulse der Basisbewegung die anstehenden Entscheidungen beeinflussen könnten.