14 April 2026, 00:11

Kik setzt auf neuen Chef: Ulrich Hanfeld übernimmt in der Krise

Innenansicht eines Einkaufszentrums mit Menschen, Geschäften, Infotafeln mit der Aufschrift "Herzlich willkommen", Deckenleuchten, Geländern und einem Topfpflanzen am Boden.

Kik setzt auf neuen Chef: Ulrich Hanfeld übernimmt in der Krise

Der angeschlagene Modehändler Kik hat Ulrich Hanfeld zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt – sein Amtsantritt ist für Juni vorgesehen. Die Bestellung erfolgt nach monatelangen Führungsturbulenzen und einer Welle von Filialschließungen in ganz Europa. Hanfeld übernimmt das Ruder, nachdem mehrere Spitzenmanager das Unternehmen verlassen haben, darunter der ehemalige CEO Patrick Zahn.

Hanfeld bringt Erfahrung vom Konkurrenten NKD mit, wo er über sechs Jahre lang als Geschäftsführer tätig war. Zuvor verbrachte er fast ein Jahrzehnt in Tokio, wo er für die japanische Tochter des Otto-Konzerns arbeitete. Seine Verpflichtung kommt für manche überraschend, da Kiks Eigentümer Tengelmann angeblich nach einem Restrukturierungsexperten gesucht hatte.

Das Unternehmen steckt seit Monaten in internen Konflikten. Noch vor dem Abgang von Patrick Zahn im September 2025 hatten bereits Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen. Zahns Rücktritt folgte auf Auseinandersetzungen mit Tengelmann. Seither führte Christian Kümmer, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig war, Kik kommissarisch als Interims-CEO.

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Unterdessen fährt Kik seine Aktivitäten zurück. Bis Ende 2026 werden rund 300 Filialen in Europa geschlossen, was einem Netto-Rückgang von 225 Standorten entspricht. Allein in Deutschland werden 135 Geschäfte dichtmachen, wobei etwa 2.200 Mitarbeiter betroffen sein werden. Auf der Bewertungsplattform Kununu äußerten Mitarbeiter zudem Frust über eine toxische Führungskultur und mangelnde Wertschätzung.

Hanfeld übernimmt nun ein Unternehmen im Umbruch. Angesichts laufender Filialschließungen und gedrückter Stimmung wird seine Führung die Zukunft von Kik prägen. Die nächsten Schritte des Händlers hängen davon ab, wie er die finanziellen und kulturellen Herausforderungen angeht.

Quelle