Kiels versteckte Fahrradstation: Günstig, praktisch und fast unsichtbar
Elias Hofmann
Kiels versteckte Fahrradstation: Günstig, praktisch und fast unsichtbar
Die Ecke Braunstraße/Liebigstraße in Kiel-Ost ist nicht gerade ein Hotspot. Eher ein ruhiges Fleckchen zwischen Wohnblöcken und den belebteren Straßen, die ins Zentrum führen. Hier steht die SprottenFlotte-Fahrradstation – leicht zu übersehen, wenn man nicht gezielt danach sucht. Keine großen Schilder, kein Trubel. Nur eine Reihe Fahrräder, die in Halterungen eingeschlossen sind und darauf warten, per Handy freigeschaltet zu werden.
Die meisten sind schlichte Stadtfahrräder – nichts Besonderes, einfach stabile Rahmen und aufrechte Sitzpositionen, gemacht für den Alltag, nicht für Rennen. Öffnet man die Donkey Republic-App (auf der SprottenFlotte basiert), stößt man vielleicht auf etwas anderes: ein Pedelec für die Tage, an denen Kiels Hügel zu anstrengend wirken, oder – mit etwas Glück – eines der Lastenräder. Die sind allerdings rar gesät: Im gesamten System gibt es nur etwa 100 E-Bikes und 17 Lastenrad-Modelle. Man kann sie 15 Minuten im Voraus reservieren, was praktisch ist, wenn man Einkäufe oder größere Gegenstände transportieren will.
Die Preise sind überschaubar. Die ersten 30 Minuten auf einem normalen Rad? Kostenlos. Danach wird es pro zusätzliche halbe Stunde einen Euro teurer. E-Bikes und Lastenräder schlagen natürlich höher zu Buche, aber die App zeigt die Tarife an, bevor man sich entscheidet. Das System ist nicht für ganztägige Ausflüge gedacht, sondern für kurze Strecken zwischen den Stationen. Für alle, die kein eigenes Rad besitzen, aber ab und zu eines brauchen, ist es eine solide Lösung.
Der Standort selbst ist unspektakulär, aber praktisch. In wenigen Minuten erreicht man die Geschäfte in Mettenhof oder den Schreventeich-Park, und da die Station rund um die Uhr geöffnet ist, ist man nicht an Ladenzeiten gebunden. Ideal für Spätschichten oder wenn die Busse nicht mehr fahren. Allerdings ist die Station klein. Zu Stoßzeiten kann die Auswahl dünn sein. Online gibt es eine einzige Fünf-Sterne-Bewertung, doch wie bei jedem Leihradsystem hängt der Erfolg davon ab, wann man vorbeikommt.
Das Ausprobieren ist einfach: App herunterladen, registrieren, QR-Code scannen und losradeln. Keine Schlüssel, keine Formulare – einfach ein Rad nehmen und fahren. Ob als einmalige Lösung oder für regelmäßige Nutzung: Die Station an der Braunstraße ist eine dieser unaufgeregten, aber nützlichen Ergänzungen, die es ein bisschen leichter machen, sich in Kiel ohne Auto fortzubewegen.







