Kiels stiller Baumeister: Wie ein Ingenieurbüro seit 50 Jahren alles am Laufen hält
Lara Braun
Kiels stiller Baumeister: Wie ein Ingenieurbüro seit 50 Jahren alles am Laufen hält
Merkel Ingenieur Consult hat seit 1971 seinen Sitz in der Bismarckallee, nur einen Steinwurf von Kiels Hauptstraße entfernt. Kein großes TamTam, keine Pressemitteilungen – einfach solides Ingenieurshandwerk seit über 50 Jahren. Hier wird das unspektakuläre, aber unverzichtbare erledigt: Gebäudetechnik, Infrastrukturprojekte, Umweltgutachten, Vermessungen. Arbeit, für die es keine Banddurchschneidungen gibt, die aber dafür sorgt, dass alles funktioniert.
Kein Großkonzern mit endlosen Hierarchien, sondern ein schlanke Operation. Nils Christoph Merkel und Boris Lass – beide Ingenieure – führen das Unternehmen mit kurzem Draht zum Geschehen, packen selbst mit an, statt nur zu delegieren. Zwei Tochterfirmen – eine für Umweltplanung, eine für Vermessung – machen sie unabhängig von Subunternehmern. Das scheint Städten und Bauherren zu gefallen, auch wenn die Firma damit nicht wirbt.
Das Büro ist genau das, was man erwartet: ein Ort für handfeste Technik. Kein gläserner Empfangsbereich, keine motivierenden Spruchtafeln an den Wänden. Stattdessen Zeichentische mit Bauplänen, Stapel von Genehmigungen und die Software für 3D-Modellierungen. Öffnungszeiten sucht man online vergeblich – aber nach einem halben Jahrhundert wissen die Kunden offenbar, wann sie anrufen müssen.
Wer in Kiel mit Bau oder Architektur zu tun hat, kennt sie wahrscheinlich. Die Adresse (Bismarckallee 1) wird weitergereicht, und die beiden Google-Bewertungen – beide mit fünf Sternen – klingen weniger begeistert als einfach nur erleichtert. Keine Website, kein Instagram-Auftritt. Nur eine Telefonnummer (0431 53030) und der Ruf, die Dinge richtig zu erledigen.
Kiel ist eine Stadt, in der Schiffe und Skylines aufeinandertreffen – und jemand muss dafür sorgen, dass die Leitungen passen, der Boden tragfähig ist und die Genehmigungen stimmen. Das ist das Revier von Merkel. Sie wollen nicht der bekannteste Name der Stadt sein – sondern der, den man anruft, wenn etwas gebaut (oder repariert) werden muss, und zwar ohne böse Überraschungen.







