Kieler Versicherungsbüro spricht die Sprache seiner Kunden – wortwörtlich
Elias Hofmann
Kieler Versicherungsbüro spricht die Sprache seiner Kunden – wortwörtlich
Alexandra Klobutskis ERGO-Versicherungsbüro in der Neufeldtstraße in Kiel-Ravensberg macht etwas, das man nicht überall findet: Es spricht mit Kunden tatsächlich in deren Sprache. Deutsch, Englisch, Russisch – kein vorgefertigtes Firmengequatsche, sondern einfach das, was für den Menschen am anderen Ende des Tisches funktioniert. Und das ist in einer Stadt wie Kiel kein kleines Detail, wo nicht alle seit Jahrzehnten hier leben und nicht jeder die behördliche Fachsprache fließend beherrscht.
Die Öffnungszeiten sind alltagstauglich – von 9 bis 18 Uhr, Montag bis Freitag. Wer also nicht einfach mal in der Mittagspause verschwinden kann, hat hier zumindest die Chance auf ein vernünftiges Gespräch. Das Gebäude selbst wirkt nicht wie ein Versicherungstempel; es ist einfach ein weiterer Laden in einem Viertel, in dem die Leute wohnen und einkaufen. Drinnen aber ist das Versprechen klar: kein verwirrendes Kleingedrucktes, kein Herumeiern. Ob das in der Praxis auch so hält, steht auf einem anderen Blatt. Die wenigen Online-Bewertungen sind durchweg fünf Sterne – aber mal ehrlich: Fünf Bewertungen sagen nicht viel aus. Kann sein, dass es großartig ist. Kann sein, dass es wie bei jedem kleinen Büro Glückssache ist.
Der eigentliche Pluspunkt könnte die Sprachvielfalt sein. Kiel hat Studenten, Expats, Arbeitskräfte aus aller Welt – Menschen, die keine zusätzlichen Kopfschmerzen brauchen, wenn es um deutsche Formulare geht. Einen Berater zu finden, der Fachbegriffe auf Russisch erklärt (und nicht nur auf Englisch), ist selten. Größere Agenturen setzen meist auf Deutsch oder – im besten Fall – auf holpriges Englisch. Hier versucht man wenigstens, den Kunden entgegenzukommen.
Wer vorbeischauen möchte: Die Adresse ist Neufeldtstraße 6. Ob mit Bus oder Auto – beides ist unkompliziert. Die Telefonnummer oder Website wird nicht gerade von den Dächern gepriesen, aber über die zentrale ERGO-Hotline sollte man weitergeleitet werden. Und wer schon mal ein Versicherungsbüro verwirrter verlassen hat als beim Betreten, sollte vielleicht eine Liste mit Fragen mitbringen. Dieses Büro setzt offenbar auf die Basics: kein Schnickschnack, kein Hinhalten, einfach jemand, der einem wirklich Rede und Antwort steht – und das in einer Sprache, die man auch versteht.







