Kieler Umwelt-Skandal: Wie die Krieger Group Grünflächen für Profit zerstörte
Finn FuchsKieler Umwelt-Skandal: Wie die Krieger Group Grünflächen für Profit zerstörte
Ein langjähriger Streit um Umweltschäden in Kiel hat die Krieger Group in die Kritik gebracht. Das Unternehmen, geführt vom Milliardär Kurt Krieger, errichtete auf städtischem Grund ein Möbel-Höffner-Megastore und einen großen Fahrradmarkt – nachdem es einen Kleingartenverein abgerissen und geschützte Grünflächen zerstört hatte. Trotz Beschwerden und Ermittlungen gab es bisher keine rechtlichen Konsequenzen für das Unternehmen.
Der Konflikt begann, als die Krieger Group ohne die erforderlichen Genehmigungen einen Kleingartenverein auf städtischem Gelände ins Visier nahm. Mieter wurden vertrieben, das Gelände verwüstet. Statt des versprochenen regionalen Einzelhändlers entstanden ein riesiger Möbel-Höffner-Markt und ein überdimensionierter Fahrradmarkt – beide unter dem Firmenverbund des Konzerns.
Während der Bauarbeiten wurden jahrzehntealte Sträucher, Hecken und Mosaik-Lebensräume von schwerem Gerät plattgewalzt. Die Stadt reichte 2021 eine Beschwerde wegen Vegetationszerstörung ein, doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ohne Anklage ein. Weder Bußgelder noch andere Sanktionen wurden verhängt.
Die Krieger Group hatte umweltfreundliche Maßnahmen zugesagt, darunter begrünte Fassaden, Baumpflanzungen und artenreiche Blumenwiesen. Viele davon wurden jedoch nicht umgesetzt. Verhandlungen mit der Stadt laufen noch, doch einige Arbeiten können nur zu bestimmten Jahreszeiten durchgeführt werden.
Kritiker, darunter die Fraktionen von Die Linke und Die Partei im Kieler Rat, stellen die Umweltverpflichtungen des Unternehmens infrage. Möbel Höffner hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert, wirbt aber auf seiner Website für eine "Kiel blüht auf"-Verkaufsaktion. Unterdessen zeigen Unterlagen, dass Kurt Krieger über eine seiner Firmen rund 18.000 Euro an den AfD-Kreisverband Chemnitz spendete.
Die Stadt verhandelt weiterhin mit der Krieger Group, um die ausstehenden Verpflichtungen zu erfüllen. Bisher gab es weder rechtliche noch finanzielle Konsequenzen für die Umweltverstöße. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Bauprojekten und dem Schutz des Kieler Grünügürtels.






