
Kieler Hafenbar mit Charme: Wo Fisch und Fjord aufeinandertreffen
Container-Bar Hafenwirtschaft liegt genau dort, wo der Kanal auf den Hafen trifft – in Kiel-Holtenau, an einem dieser Orte, die nicht extra viel Aufhebens um sich machen und trotzdem im Gedächtnis bleiben. Untergebracht ist die Bar in einem alten Speicher, einem dieser schlichten, robusten Lagerhäuser, die sich entlang des Fjords reiht. Der Ort hat diesen rauen, aber sympathischen Hafencharme – ganz ohne Schnörkel.
Das Gebäude erstreckt sich entlang des Tiessenkai 17, mit einer Terrasse, die fast direkt über dem Wasser schwebt. Bei warmem Wetter füllt sich der Platz: Radfahrer, die vom Küstradweg abbiegen, Einheimische, die nach der Arbeit vorbeischauen, hin und wieder ein Segler, der sein Boot für ein schnelles Bier vertäut. Die Einrichtung ist simpel – aus Schiffscontainern improvisierte Sitzgelegenheiten, ein paar Lichterketten, hier und da maritime Accessoires. Es ist nichts Luxuriöses, und genau das ist der Reiz. Man kommt wegen der Aussicht und des Essens, nicht wegen des Ambientes.
Die Karte setzt stark auf Fisch – logisch. Es gibt Kieler Sprotten, was immer an diesem Tag frisch ist, alles schlicht und unkompliziert zubereitet. Und natürlich Eis (schließlich ist man in Deutschland), auch wenn ich nicht sicher bin, wie viele Sorten es tatsächlich gibt. Bei den Getränken bleibt man beim Bewährten: lokale Biere, ein paar Cocktails mit Namen, die wohl auf das Meer anspielen. Nichts Revolutionäres, aber genau das Richtige, wenn man den Booten beim Vorbeigleiten zuschaut.
Ein kleiner Hinweis: Die Öffnungszeiten sind nicht gerade offensichtlich. Anders als die touristischen Lokale in der Innenstadt scheint man hier keinen Wert auf große Werbung für die Öffnungszeiten zu legen. Und die Lage? Etwas abgelegen, es sei denn, man ist ohnehin auf dem Weg nach Holtenau. Doch genau das schätzen manche daran – es ist kein Ort, in den man einfach so hineinstolpert, es sei denn, man erkundet die ruhigeren Ecken des Fjords.
Wer ihn finden möchte: einfach zum Tiessenkai 17 fahren, dort, wo der Kanal eine Biegung macht und der alte Speicher steht. Ob sich der Weg lohnt, hängt davon ab, wonach man sucht – einen gemütlichen Nachmittag am Wasser, einen schnellen Imbiss nach der Radtour oder einfach nur eine unkomplizierte Atmosphäre. Manche Orte sind am besten, wenn man nicht zu viel über sie nachdenkt.







