Kieler Anwältin löst Alltagsdramen zwischen Job, Familie und Bußgeldbescheid
Finn Fuchs
Kieler Anwältin löst Alltagsdramen zwischen Job, Familie und Bußgeldbescheid
Seit 2007 befindet sich die Kanzlei von Johanna Dammers in der Bielenbergstraße in Kiel-Gaarden – doch selbst wenn man ein Dutzend Mal vorbeigeht, könnte man sie leicht übersehen. Keine gläsernen Schiebetüren, kein auffälliges Schild, nur ein schlichtes Namensschild an einem alten Kieler Gebäude mit hohen Decken und knarrenden Dielen. Drinnen kümmert man sich um drei Dinge: Arbeitskonflikte, familiäre Streitigkeiten und Verkehrsrecht. Genau die Art von juristischen Problemen, die einen unerwartet treffen, wenn man am wenigsten damit rechnet.
Die Anwältin selbst, Johanna A. Dammers, führt die Kanzlei. Ihre Mandanten schwärmen nicht von luxuriösen Wartezimmern oder kostenlosem Kaffee, aber sie schätzen ihre pragmatische, unkomplizierte Art. Eine Bewertung von 4,6 Sternen (basierend auf 24 Rezensionen) ist für eine Anwaltskanzlei nicht schlecht – hier zählt schließlich, ob man seinen Fall gewinnt, und nicht, wie bequem die Sitzmöbel sind. Ein Punkt, der immer wieder erwähnt wird? Sie spricht sowohl Deutsch als auch Polnisch – in Kiel keine Selbstverständlichkeit und sicher ein großer Vorteil für die polnische Community der Stadt, die sich nicht durch juristische Fachbegriffe in einer Fremdsprache kämpfen möchte.
Ein großer Teil ihrer Arbeit dreht sich um Arbeitsrecht. Das überrascht nicht in Kiel, wo Werftarbeiter, Stadtangestellte und Universitätsmitarbeiter mit Verträgen, ungerechtfertigten Kündigungen oder Konflikten am Arbeitsplatz konfrontiert sind. Dann gibt es das Familienrecht – Scheidungen, Sorgerechtsstreitigkeiten, Unterhaltsfragen – die üblichen schmerzhaften Angelegenheiten. Und das Verkehrsrecht, das einem erst dann als ernstes Thema erscheint, wenn man ein Bußgeld kassiert hat, das völlig überzogen scheint, oder sich mit einer Radspur streitet, die man gestern noch nicht dort vermutet hätte. Kiels Straßen und Vorschriften können aus einer einfachen Strafe schnell einen Albtraum machen.
Einfach mal vorbeizuschauen, ist allerdings schwierig. Die Öffnungszeiten sind nicht öffentlich einsehbar, also muss man wohl vorher anrufen oder eine E-Mail schicken. Die Website ist schlicht gehalten – keine strahlenden Kundenstimmen, keine Auflistung spektakulärer Erfolge. Nur die Fakten: Was die Kanzlei anbietet und wie man sie erreicht.
Wer sie doch aufsuchen muss, findet sie in der Bielenbergstraße 28, nur wenige Gehminuten von der S-Bahn-Haltestelle Gaarden-Ost entfernt. Die Kontaktdaten sind leicht zu finden, aber eine sofortige Antwort sollte man nicht erwarten. Hier handelt es sich nicht um eine große Sozietät mit einem Team von Assistenten, sondern um eine Anwältin, ein kleines Büro und 15 Jahre Erfahrung in der Bearbeitung von Fällen, die zwar keine Schlagzeilen machen, das Leben der Betroffenen aber gründlich durcheinanderwirbeln können. In einer Stadt, in der nicht jeder dem System vertraut, hat das durchaus seinen Wert.







