Kanadisches Segelteam kämpft um Start bei der Ocean Race Europe nach Hydraulik-Panne
Finn FuchsKanadisches Segelteam kämpft um Start bei der Ocean Race Europe nach Hydraulik-Panne
Kanadisches Segelteam kämpft gegen die Zeit: Start bei der Ocean Race Europe in Gefahr
Ein kanadisches Segelteam kämpft nach einem schweren Rückschlag um die Teilnahme an der Ocean Race Europe. Skipper Scott Shawyer und seine Crew mussten die Rolex Fastnet Race wegen eines Hydraulikschadens vorzeitig aufgeben. Nun hängt ihre Teilnahme am bevorstehenden Rennen am seidenen Faden – die dringend benötigten Reparaturen müssen bis zum Start am 10. August in Kiel abgeschlossen sein.
Das Problem trat 300 Seemeilen nach Beginn der Rolex Fastnet Race auf, als das Hydrauliksystem des Bootes ausfiel. Shawyer und sein Team hatten keine andere Wahl, als nach Cherbourg in Frankreich umzuleiten, um die Schäden zu beheben. Doch die Zeit drängt: Schon in wenigen Tagen beginnt die erste Etappe der Ocean Race Europe in der Ostsee. Jetzt arbeitet die Crew unter Hochdruck, um rechtzeitig in Kiel einzutreffen.
Shawyer hat für sein Vorhaben ein Team erfahrener Segler um sich geschart. Dazu gehört Brian Thompson, ein Rekordhalter mit fast 40 Titeln im Hochgeschwindigkeitssegeln und einem Sieg bei der Volvo Ocean Race. Ein weiterer Schlüsselspieler ist Sébastien Marsset, der bereits zwei Volvo Ocean Races bestritten hat, an der Vendée Globe teilnahm und an Bord der Spindrift einen Weltrekord aufstellte. Christopher Pratt bringt zusätzlich 15 Jahre Erfahrung in der IMOCA-Klasse mit und arbeitete mit Segellegenden zusammen.
Vervollständigt wird das Team von Pip Hare, bekannt für ihren scharfen Verstand und ihre Entschlossenheit. Sie hat trotz knapper Budgets an Regatten teilgenommen und die extrem anspruchsvolle Vendée Globe durchstanden – eine wertvolle Bereicherung für schwierige Bedingungen. Shawyer selbst, der wenigsten erfahrene im Team, gibt offen zu, dass er wegen chronischer Seekrankheit nicht jede Etappe segeln wird. Sein langfristiges Ziel: als erster Kanadier bei der Vendée Globe 2028/29 anzutreten. Die Ocean Race Europe dient ihm dabei als entscheidender Test.
Die Herausforderung ist enorm: Seit fünf Jahren hat kein kanadisches IMOCA-Boot mehr an offiziellen Regatten teilgenommen. Sollte es dem Team gelingen, in Kiel anzutreten, wäre das ein seltenes Comeback des kanadischen Segelsports auf diesem Niveau.
Nun hängt alles davon ab, ob die Reparaturen rechtzeitig vor dem Start am 10. August abgeschlossen werden. Falls sie es nach Kiel schaffen, wird ihre Leistung mit Spannung verfolgt – als möglicher Meilenstein für den kanadischen Hochseesport. Gleichzeitig ist das Rennen ein wichtiger Schritt in Shawyers Plan, innerhalb von drei Jahren an der Vendée Globe teilzunehmen.
