Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach turbulentem Abschied als Oberallgäuer Landrätin
Nina WalterStadträtin im Oberallgäu tritt nach Mandatsrückzug aus Partei aus - Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach turbulentem Abschied als Oberallgäuer Landrätin
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, ist aus der Freien Wähler ausgetreten. Ihr Rückzug folgt auf eine turbulente Amtszeit, die von Rechtsstreitigkeiten und öffentlicher Kritik an ihrer Umweltpolitik geprägt war. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der ihr Nachfolger in einer Stichwahl später diesen Monat gewählt werden soll.
Baier-Müller hatte das Amt 2020 übernommen, nachdem sie sich in einer viel beachteten Wahl gegen den CSU-Kandidaten Alfons Hörmann durchgesetzt hatte. Bald zog ihre Führungskraft Kritik auf sich, insbesondere im Zusammenhang mit dem Skandal um das Rappenalptal, wo ihre Entscheidungen auf den Widerstand von Umweltschützern stießen. Weitere Kontroversen entstanden durch ihre Pläne, Beamte gegen Bären zu bewaffnen und Biber zu bejagen – beides führte zu gerichtlichen Niederlagen.
Schon im vergangenen Jahr hatte sie angekündigt, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen, und bestätigte damit ihren Rückzug nach nur einer Legislaturperiode. Mit ihrem jüngsten Austritt aus den Freien Wählern vollzieht sie nun ihren endgültigen Abschied aus der Kommunalpolitik. Unterdessen hat der Wettlauf um ihre Nachfolge bereits begonnen.
In der ersten Wahlrunde vor vier Tagen sicherte sich der Kandidat der Freien Wähler, Christian Wilhelm, 40,8 Prozent der Stimmen und lag damit vor dem CSU-Bewerber Thomas Eigstler, der auf 33,3 Prozent kam. Die beiden treten nun in zwei Wochen in einer Stichwahl gegeneinander an.
Baier-Müllers Rücktritt beendet eine Phase umstrittenen Regierens im Oberallgäu. Die anstehende Stichwahl wird entscheiden, ob die Freien Wähler die Kontrolle über den Landkreis behalten oder ob die CSU wieder an Einfluss gewinnt. Das Ergebnis wird die lokale Politik für die kommende Amtszeit prägen.
