Historischer Abschied: Erste trans Abgeordnete verlässt Schleswig-Holsteins Landtag
Elias HofmannAnna Langsch tritt aus dem Landtagsmandat zurück - Historischer Abschied: Erste trans Abgeordnete verlässt Schleswig-Holsteins Landtag
Anna Langsch, die erste transgeschlechtliche Abgeordnete im Landtag von Schleswig-Holstein, hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die 43-jährige Politikerin der Grünen wird ihr Mandat Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Ihr Ausscheiden markiert das Ende einer historischen Amtszeit, nachdem sie 2022 bei den Landtagswahlen ihr Direktmandat errungen hatte.
Sebastian Bonau, ein 37-jähriger IT-Fachmann und Grünen-Mitglied, wird ihren Platz im Kieler Landtag übernehmen.
Anna Langsch schrieb 2022 Geschichte, als sie zur ersten offen transgeschlechtlichen Abgeordneten im Schleswig-Holsteinischen Landtag gewählt wurde. Sie gewann ihr Mandat direkt im Wahlkreis Kiel-West und setzte damit neue Maßstäbe für die LGBTQ+-Repräsentation in der Region. Die Landesvorsitzende der Grünen, Lydia Rudow, würdigte ihre Verdienste und betonte Langschs Engagement als entschiedene Kämpferin gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte.
Ihr Rücktritt, der zum Ende Februar wirksam wird, erfolgt aufgrund gesundheitlicher Probleme, die sie zu diesem Schritt veranlasst haben. Als nächster Kandidat auf der Landesliste der Grünen wird Sebastian Bonau nun ihr Mandat übernehmen. Bonau, der seit 2020 Parteimitglied ist, führte bis Dezember 2025 die Grünen-Fraktion im Stadtrat von Glücksburg an.
Beruflich arbeitet Bonau als Leiter der IT-Abteilung und Informationssicherheitsbeauftragter in einem Maschinenbauunternehmen. Zudem kandidierte er 2022 im Wahlkreis Flensburg-Land für die Landtagswahlen. Der Wechsel in der Vertretung deutet keine größeren Verschiebungen in der politischen Landschaft Schleswig-Holsteins an, die seit den letzten Wahlen stabil geblieben ist.
Mit Anna Langschs Ausscheiden endet eine Pionierzeit als Abgeordnete in Schleswig-Holstein. Sebastian Bonau wird nun ihren Sitz übernehmen und dabei seine Erfahrungen aus der Kommunalpolitik und der IT-Branche in den Landtag einbringen. Der Übergang erfolgt nach den etablierten Parteiregeln und hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das politische Kräfteverhältnis in der Region.
